490
Ezzelino III. (IV.) da Romano - Faassen
9, 20 fg. Vgl. auch 1 Kon. 22,4<>; 2 Ehron. 8, 17.
Die Lage ist nicht mehr nachzuweisen; vielleicht hat
sich in El-Ghadhjän (Thal und Quelle) nördlich
vonEl-'AkabahanderWestseitedesWadiel-'Arabah
eine Spur des alten Namens erhalten.
Gzzelnw III. (IV.) da Romano (Ezelln),
geb. 26. April 1194 zu Onara aus dem Geschlecht
der da Romano (s. d.), Herr von Bassano, Vicenza,
Verona, Padua, Treviso, Trient, war neben seinem
Schwager Enzio (s. d.) der treueste Vorkämpfer Kai-
ser Friedrichs II. und Führer der Ghibellinen nach
dessen Tod in Oberitalien. Im Kampf mit den
vom Lombardenbund begünstigten Sampieri ge-
wann er die Mark Verona (1231) und unterstellte
sich der Lehnshoheit Friedrichs 1l., der ihm 1236
auch die Statthalterschaft in Padua übertrug. Durch
seine glücklichen Kämpfe bereitete E. den Sieg Fried-
richs bei Costenuova (1237) vor. Dieser gab ihm
dafür 1238 seine natürliche Tochter Selvaggia zur
Frau. An der Seite Enzios bekämpfte er 1239-44
die guelfisch-päpstl. Städte, belagerte 1247 Parma,
den Mittelpunkt des Widerstandes, erlitt aber hier-
bei 18. Febr. 1248 in der Lagerstadt Vittoria eine
schwere Niederlage. Dennoch dehnte er im selben
Jahre seine Herrschaft über Feltre, Velluno und
Este aus und ging darauf eine zweite Ehe mit Vea-
trice von Vontraversto da Castronovo ein. Hatte
schon bisher E. unmenschliche Härte walten lassen
und in Padua und Verona die edelsten Geschlechter
ausgerottet, um die innern Gegner niederzuhalten
und seine Nachbarn von einem Angriffe abznfchrecken,
so steigerte sich seine Furchtbarkeit durch Friedrichs
Tod, der ihn des sichern Rückhalts beraubte. Als
Konrad IV. in Italien erschien, unterstützte er diesen
bei seinen Unternehmungen; Manfred jedoch fcheute
den verhaßten Tyrannen und ernannte 1259 den
Markgrafen Pallavicino zu seinem Feldhauptmann
in der Lombardei. Al5 E. 1256 Padua angriff, zog
ein Kreuzheer unter Erzbischof Philipp Fontana von
Ravenna gegen ihn; es eroberte Padua, ward aber
beiTorricella 1. Sept. 1258 gänzlich geschlagen. E.
machte sich nun, von der mailänd. Adelspartei
gegen das Volk zu Hilfe gerufen, trotz der Gegner-
schaft des Pallavicino (s.d.) daran, gegen diefe Burg
des lombard.-guelsischen Städtebundes vorzugehen,
fiel aber auf der Brücke von Cassano 16. Sept. 1259
verwundet in die Hände der Feinde. Am 27. Sept.
erlag er seiner Verwundung. Nach seinem Tode stell-
ten Verona, Bassano, Vicenza ihre städtische Frei-
heit wieder her. - Vgl.Verci, storia äeZii N^eliui
(Bassano 1779; 3 Bde., Veneo.1844); C. Perino,
ll. da RomÄno (Vened. 1864); C. Cantü, N. IV äa
NoinHno (Mail. 1879); Gittermann, Ezzelin von
Nomano, Bd. 1 (Stuttg. 1890); Brentari, N. ä^
Kouiaiio U6II3. 1)06813. 6 U6II3. M6Iit6 äßi popolo
(Padua und Verona 1889). Dramatisch bearbeitet
wurde E.s Geschichte von Eichendorff (1828), in
einem Romanzencyklus von Pfizer.
Gzzo, ein Vamberger Scholastikus, faßte in
einem Liede ("vou äsin ansZsu^O") in edler,
bilderreicher Sprache die Hauptthatfachen der christl.
Heilsgefchichte wirkungsvoll und mit großem Er-
folge zusammen. Das viel verbreitete Lied ist her-
ausgegeben in Müllenhoffs und Scherers "Denk-
mälern" (3. Aufl., Verl. 1892), Nr. 31. Nach alter
Überlieferung hat derselbe E. auf dem Kreuzzuge
des Bischofs Günther von Babenberg (Bamberg)
1064 auch eine verlorene "(^nMftna. ä6 miraculis
(^Qri8ti" gedichtet. - Vgl. Kelle, Die Quelle von
E.s Gesang von den Wundem Christi (Wien 1893).
F.
F, der sechste Vnchstabe unsers Alphabets, ent-
spricht dem semit. Vav (Nagel, Pflock) ^ u, v, f. Die
älteste semit. Form ist ^, die jüngere hebräische 1.
Taraus haben die Griechen zwei Buchstaben ge-
macht: das f^ (Digamma, s. d.) für den Konsonan-
ten v und das ^5 für den Vokal Upsilon, das als
Neubildung den 23. Platz im Alphabet erhielt. Nach
Aufgeben des Digammas behielten die Griechen den
Buchstaben nur als Zahlzeichen (Episemon, s. d.) sür
6, in der Gestalt von f- oder ^ oder ^. - Auch alle
italischen Stämme haben beide Formen (mit leichten
Veränderungen) übernommen und stets gebraucht.
(S. Schrift, vgl. U und V.) Als Laut gehört f zu
den labialen Konsonanten. (S. Laut.)
Als Abkürzungszeichen steht ^ und l in röm.
Inschriften, Handschriften u. s. w. für KIW3, lecit
u. s. w.; auf der Stirn entflohener und wieder ein-
gefangener Sklaven bezeichnete es lu^itivuL (Flücht-
ling); in spätern Büchern stand es für Folio. ^ Als
Zahlzeichen stand ^ bei den Römern für 40, ^ für
40000. Im Handel heißt l soviel wie fein, n" soviel
wie sehr fein. Auf der Stellscheibe engl. Uhren
steht t für ka8t6r (geschwinder) im Gegensatz zu
3 (8i0^, langsam). In der Physik bezeichnet 1''
die Thermometerskala nach Fahrenhcit. In der
Chemie ist 1? (doch auch I'I) das Zeichen für Flnor;
auf Rezepten steht l. für li^t, d. h. man bereite,
z. V. f. pulv. für üat pulvi8, d. h. man bereite es
als Pulver. Als engl. Abbreviatur steht 5'. für
^6i1o^ (Mitglied). Auf deutschen Reichsmünzen
bezeichnet ^ den Münzort Stuttgart, auf ältern
preußifchen Magdeburg, auf ältern österreichischen
Hall in Tirol, auf ältern französischen Angers.
In der Musik ist ^ (ital. und frz. i^-, engl. 5)
die Bezeichnung für die vierte Stufe der Oäur-
Tonleiter. (S. Ton und Tonarten.) Auch bedeutet
hier 1' i'orw (stark), K loi-ti^imo (fehr stark).
Faaborg (spr. foh-), Hafenstadt auf der Südküste
der dän. Insel Fünen im Amte Svendoorg, an einer
Bucht des Kleinen Velt, an der Linie F.-Ringe
(29,3 Km) der Südfünenfchen Eisenbahn, hat (1890)
3677 E., Dampferverbindung mit Kiel und Korsör
und lebhaften Handel mit Getreide.
Faasfen, Pieter Iacobus, oder, wie er sich selbst
nennt,RosierF.,niederländ.SchauspielerundSchau-
spieldichter, geb. 9. Sept. 1833 im Haag, betrat schon
srüh mit großem Erfolge die Bühne, erst im Amster-
damer Vaudeville Francaise (1850-54) und sodann
am dortigen Theater der Gebrüder van Lier (1854
-61), wo er seinen Ruhm als einer der größten
Schauspieler Hollands gründete. 1861-75 spielte
er im Haag und seitdem in Rotterdam. Auch als
Bühnendichter bat F. großes Verdienst. Seine Stücke
zeichnm sich aus durch treffende Charakterschilde-