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Deprés – Depression
reservierte Recht auf die Einkünfte für die Zeit seines Lebens. Auch bezeichnet man mit D. eine bis ins dritte Glied dauernde Erbpacht.
Deprés (spr. -preh), auch Desprez, Josquin (lat. Jodocus Pratensis), Komponist, geb. um 1450‒55 zu Condé im Hennegau, erhielt frühzeitig von dem berühmten Ockenheim musikalischen Unterricht und wurde Musikmeister an der Kathedrale von Cambray. Unter dem Pontifikat Sixtus’ Ⅳ. (1471‒84) ging er nach Rom, wo er, als Sänger in der päpstl. Kapelle angestellt, seinen Ruf als Tonsetzer fest begründete. Nach dem Tode jenes Papstes wandte er sich nach Ferrara an den Hof Hercules’ Ⅰ. von Este, von da nach Paris, wo er bei Ludwig Ⅻ. in Dienste trat und eine Pfründe in St. Quentin erhielt. Diese vertauschte er (um 1515) mit einer andern in seiner Vaterstadt Condé, wo er 25. Aug. 1521 starb. D. war der größte Kontrapunktist vor Orlandus Lassus und Palestrina; er hatte viele Schüler und war der überall anerkannte Lehrmeister seiner Zeit. Seine eine größere Freiheit des Chorsatzes begründenden Kompositionen, hauptsächlich kirchlicher Art, wurden besonders auch durch den um 1500 aufkommenden Musikdruck in ganz Europa verbreitet. Nachweisbar sind 20 Messen. Zwei davon, «Pange lingua» und «Messe à capelle», sind kürzlich (im 5. Bde. von Ambros’ «Geschichte der Musik» und von der Gesellschaft für Musikforschung im 6. Bde. der «Publikationen») in Partitur neu herausgegeben. Kleinere Werke sind zahlreich in den neuen Sammlungen von Rochlitz, Commer u. s. w. vertreten. Der Riedelverein in Leipzig hat 1880 zum erstenmal mit einem Hauptwerke des Meisters und der Vokalperiode überhaupt, dem «Stabat Mater» (gedruckt in Partitur bei Maldeghem und bei Ambros), den gelungenen Versuch gemacht, D. der gegenwärtigen Praxis wieder zuzuführen.
Depressarĭa, s. Kümmelmotte.
Depressieren (frz.), niederdrücken; aus der Presse nehmen; tief richten (Kanonen, s. Depressionsschuß).
Depression (lat.), Niederdrückung, Geistesabspannung, gedrückte Gemütsstimmung. – In der Astronomie ist D., auch negative Höhe genannt, der unter dem Horizont fortgesetzte Bogen des Höhenkreises eines Objekts. Man kann daher z. B. für einen Stern, der sich 1° unter dem Horizont befindet, sagen, seine D. betrage 1°, ebenso wie seine Höhe sei -1°. Rechnet man nach Zenithdistanzen, so würde die Zenithdistanz des betreffenden Sterns 91° betragen, da die Zenithdistanz im Horizont gerade 90° ist. Von besonderer Wichtigkeit ist die D. des Horizonts in der Nautik; sie ist hier gleichbedeutend mit Kimmtiefe (s. d.).
In der Geographie nennt man D. einen tiefer als das Meeresniveau gelegenen Landstrich, es mag diese Lage das Resultat einer Senkung oder einer Absperrung vom Meere sein. Die umfangreichste, die Größe Skandinaviens erreichende D. ist die des Kaspischen Meers und seiner Umgebung; der Spiegel dieses Sees liegt 25,6 m tiefer als der des Schwarzen Meers. Die tiefste D. ist das vom Jordan durchflossene Ghor; der Spiegel des Toten Meers liegt 394 m, der Boden des 398,6 m tiefen Sees also 792,6 m unter dem Spiegel des Mittelländischen Meers. In der Libyschen Wüste befinden sich ebenfalls mehrere kleine Depressionsgebiete, von denen das der Oase Siwah (- 32 m) das bekannteste ist. In der Danakil-Küstenebene am Roten Meer liegt im SW. der Hamsilahbai die Sumpffläche Gabala 60 m, ebenda im W. des Golfes von Tedschura der Assal- und Abhebaddsee sogar 174 m unter dem Spiegel des Roten Meers. Im südöstl. Algerien und dem südöstl. Tunis liegt die langausgedehnte Region der salzigen Schotts, welche, 23‒30 m unter dem Spiegel des Mittelmeers gelegen, eine Fläche von fast 6000 qkm bedecken. Die Franzosen beabsichtigten diese Sumpfseen mittels eines Kanals vom Meere her in eine Wasserfläche zu verwandeln. Die Coloradowüste im Gebiete des Unterlaufs des Westcolorado in Nordamerika, in nördl. Verlängerung des Busens von Kalifornien, geht auf 50 km 92 m unter den Meeresspiegel hinab. In ihrem nördl. Ende liegt zwischen Funeral Mounts und Teleskope Range die im Sommer fast trockne Schlammfläche des 48 km langen und 22‒29 km breiten Trockensees im Totenthale (- 67 m). – Auch jede in die Länge gedehnte, wenn auch nicht unter das Meeresniveau hinabsinkende Strecke zwischen zwei Hochlandschaften nennt man D. ^[Spaltenwechsel]
In der Meteorologie nennt man D. Gebiete niedrigen Barometerstandes. Umfang und Tiefe der D. ergiebt sich durch Einschreiben der auf gleiche Höhe (gewöhnlich Meeresniveau) reducierten Barometerstände in eine Karte. (S. Luftdruck.) Alsdann findet man an einer Stelle ein Minimum des Luftdruckes, ein barometrisches Minimum, von dem aus nach allen Richtungen hin höhere Barometerstände wahrzunehmen sind. Dieser Ort heißt das Centrum der D. Man verbindet die Orte gleichhoher Barometerstände durch Linien, die Isobaren (s. d.). Je nach der Größe des Druckes und dessen Anwachsen nach außen werden Zahl der Isobaren und Wahl der Barometerstände bedingt. In vorstehender Figur sind erstere von 5 zu 5 mm gezogen.
^[Abb.]