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Ibrâhîm - Ibsen
unsers Jahrhunderts größtenteils der Herrschaft der engl. Royal Niger Company und des Niger Coast Protectorate (Ölflüssedistrikt) unterworfen.
Ibrâhîm, die arab. Form für Abraham.
Ibrahim, Sultan der Osmanen (1640-48), geb. 4. Nov. 1615 als dritter Sohn Achmeds I., folgte seinem Bruder Murad IV. als einziger überlebender Prinz aus dem Hause Osmans und wurde so der Stammvater aller folgenden Sultane. I. begann 1645 Krieg mit den Venetianern um den Besitz von Kreta, dessen Beendigung er nicht mehr erlebte. Er war äußerst grausam, wollüstig und verschwenderisch. Da er auch die geistlichen Güter mit Abgaben belegte, verbanden sich die Ulemas mit den Janitscharen, die durch schlechte Soldzahlung erbittert waren, und setzten I. 8. Aug. 1648 ab; wenige Tage darauf wurde er erdrosselt. Ihm folgte sein Sohn Mohammed IV.
Ibrahim Pascha, ägypt. Feldherr, geb. 1789 zu Kavala in Macedonien, der adoptierte Stiefsohn Mehemed Alis (s. d.), hatte als dessen tüchtigster Heerführer bedeutenden Anteil an der Befestigung und Erweiterung des in Ägypten begründeten Vasallenstaates. Nachdem er 1816-19 die Wahhâbiten gezüchtigt und aus den heiligen Städten Mekka und Medina vertrieben hatte, führte er 1824 eine große Flotte mit etwa 17000 Mann ägypt. Hilfstruppen gegen die aufständischen Griechen nach der Morea, stürmte Navarino und unterstützte Reschid Pascha bei der Belagerung von Mesolongion, wurde nach der Vernichtung der türk. Flotte im Hafen von Navarino (s. d.) in der Morea blockiert und führte sein Heer laut Vertrag vom 16. Sept. 1828 nach Ägypten zurück. (S. Griechenland, Bd. 8, S. 335.) I. P. reorganisierte hierauf das ägypt. Herr nach franz. Muster und rückte 1831 in Syrien ein, besetzte Palästina, schlug die Türken in der Ebene von Zerin, erstürmte 27. Mai 1832 Akka, schlug die Türken bei Homs, Beilan und Konia und erzwang 14. Mai 1833 einen Frieden, in dem die Pforte Syrien an Mehemed-Ali abtreten und ihn selber zum Administrator von Cilicien ernennen mußte. Auch als 1839 der Krieg von neuem ausbrach, schlug I. P. 24. Juni das türk. Heer bei Nisib dergestalt aufs Haupt, daß ohne die Einmischung der Mächte der Krieg sofort sein Ende gefunden haben würde. (S. Ägypten, Bd. 1, S. 248.) Da aber I. P. als Statthalter Syriens sich keine Sympathien im Volke erworben hatte, so gelang es, die Bewohner gegen ihn aufzuwiegeln. Seine Stellung wurde ganz unhaltbar, als eine engl.-österr.-türk. Flotte im Sommer 1840 an der syr. Küste erschien, und nur mit der größten Anstrengung brachte er einen kleinen Rest seines Heers nach Ägypten zurück. I. P., dem Mehemed-Ali von der Pforte die Nachfolge im Vicekönigtum erwirkt hatte, führte die Regierung schon seit Juli 1848 für seinen geistesschwach gewordenen Vater, doch starb er bereits 10. Nov. 1848 in Kairo. Sein Sohn ist der spätere Chediv Ismail Pascha (s. d.).
Ibrik (türk.), Wasserkanne mit dünnem Hals, ovalem Bauch und langem Ausflußrohr.
Ibsambul, s. Abu Simbel.
Ibsen, Henrik, Norwegens bedeutendster Dichter, geb. 20. März 1828 zu Skien, mußte wegen der ungünstigen Vermögenslage seiner Eltern in Grimstad als Apotheker lernen. 1849 schloß er sich begeistert den revolutionären Ideen an und trat bald darauf in dem Drama «Catilina» gegen die Gesellschaft aus, die er für engherzig, tyrannisch, verderbt hielt. 1850 ging I. nach Kristiania, um noch Medizin zu studieren. Hier gab er mit P. Botten-Hansen und Aasmund Vinje das Wochenblatt «Andhrimner» heraus, beschäftigte sich mit der altnord. Geschichte und Volkskunde und schrieb, beeinflußt durch die Werke der dän. Dichter Öhlenschläger und H. Hertz, eine Reihe Dramen. 1851 berief man ihn als Leiter des Theaters nach Bergen. Von besonderm Einfluß auf ihn wurde eine Reise, die er 1852 nach Dresden und Kopenhagen unternahm, wo damals Devrient und L. Heiberg die Theater leiteten. Die folgende Zeit ist für I. die Periode des geschichtlichen und volkstümlichen Dramas, das er auch noch weiter pflegte, als er 1857 als Instruktor des norweg. Theaters nach Kristiania ging. Es entstanden «Fru Inger til Østeraat» («Frau Ingegerd von Östrot», 1855), worin die norweg. Verhältnisse kurz vor der Reformation geschildert werden, «Gildet på Solhoug» («Das Fest auf Solhaug», 1856), ein Stück aus dem Volksleben geschöpft, das zuerst I.s Namen in weitere Kreise brachte, «Hærmændene paa Helgeland» («Nordische Heerfahrt», 1858), das in Anlehnung an die Siegfriedssage in die Wikingerzeit führt, «Kongsemnerne» («Die Kronprätendenten», 1864), das den Kampf um die Königskrone zwischen dem rechtmäßigen Könige Hakon und seinem frühern Herzog Skuli enthält. Als Leiter des norweg. Theaters hatte I. einen harten Kampf gegen das Kristiania-Theater, das sich noch in dän. Händen befand, zu bestehen. Jetzt nahm er auch den Kampf gegen die krankhaften Auswüchse der Gesellschaft, den er mit «Catilina» begonnen, wieder auf («Kjærlighedens Komedie», Komödie der Liebe, 1862), wodurch er in große Bedrängnis geriet, und nur durch die energischsten Kämpfe setzte er es durch, daß er 1864 ein Reisestipendium ins Ausland erhielt. Von nun an hielt er sich in Rom, Dresden und München auf, von wo aus er um so offener die engherzigen Verhältnisse seiner Heimat schildern konnte. So erschienen «Brand» (1866), worin er den Beamtenstand in seiner Auffassung vom Staate und seinen Pflichten als die Ursache des Materialismus und der Abgestumpftheit des Volks hinstellt, das dramat. Gedicht «Peer Gynt» (1867), worin er die Charakterlosigkeit und die Selbstsucht seiner Landsleute geißelt, «De Unges Forbund» («Der Bund der Jugend», 1869), worin die Oberflächlichkeit der Norweger in polit. und socialen Dingen, wie sie sich in den sechziger Jahren zeigte, schonungslos aufgedeckt wird. Mit dem letztern Stück schlägt I. die Richtung ein, durch die er als naturalistischer Dichter bahnbrechend geworden ist. Bevor er jedoch auf diesem neu eingeschlagenen Wege weiter ging, redigierte er seine ältern Dramen und nahm den alten Plan zu dem großartigen Drama «Kejser og Galilæer» (1873) wieder auf. Es ist I.s größtes Werk, ein Doppeldrama, in dessen Mittelpunkt Kaiser Julian steht, zugleich das letzte histor. Drama. Alle folgenden Dramen sind naturalistisch, es sind Gesellschaftsdramen, in denen er der Krankheit der modernen Gesellschaft die Diagnose stellt. Auf einem kurzen Besuche im Sommer 1874 hatte er seine Heimat wiedergesehen, doch bald wieder Dresden und später München dieser vorgezogen. Hier schrieb er «Samfundets Støtter» («Stützen der Gesellschaft», 1877), worin er die Heuchelei und Lügen der Gesellschaft auf die Bühne bringt, «Et Dukkehjem» («Nora oder Ein Puppenheim», 1879) und «Giengangerne» («Gespenster»,