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Phytophysiologie – Piacenza (Provinz und Stadt)
Conidie gebildet wird. In Deutschland sind bis jetzt nur zwei Arten aufgetreten, beide sehr schädliche Parasiten. P. infestans De By. (früher Peronospora infestans Casp.) ist der Pilz der bekannten Kartoffelkrankheit (s. d.), und die andere, P. omnivora De By., findet sich auf sehr verschiedenen Pflanzen. Besonders nachteilig ist ihre Wirkung auf junge Buchenpflänzchen, indem sie häufig in forstlichen Buchensaaten bedeutende Verheerungen anrichtet und nicht selten gegen 70‒80 Proz. der vorhandenen Pflänzchen zerstört; sie war früher von Hartig deshalb als P. fagi beschrieben worden. Die Mycelien vegetieren besonders in den Kotyledonen der Pflänzchen und senden durch die Spaltöffnungen Büschel von Conidienträgern aus; die Kotyledonen faulen sehr bald und innerhalb derselben bildet der Pilz geschlechtlich erzeugte Oosporen, die beim gänzlichen Verfaulen in die Erde gelangen, so daß auch bei neuen Aussaaten in denselben Beeten die Krankheit wieder auftreten kann. Außer auf Buchen findet sich dieser Pilz häufig noch in den Blättern der Hauswurz (Sempervivum) und veranlaßt hier gleichfalls Fäulnis. Auch auf zahlreichen andern Pflanzen ist er beobachtet und mehrfach als besondere Art beschrieben worden, bis de Bary durch Infektionsversuche nachwies, daß diese Fäulniserscheinungen auf denselben Pilz zurückzuführen seien.
Phytophysiologie (grch.), s. Physiologie.
Phytoptĭdae, Phytoptocecidĭen, s. Akariasis und Gallmilben.
Phytoptus, einzige Gattung aus der Familie der Gallmilben (s. d.). Die gefährlichste Art ist die Gallmilbe des Weinstocks (P. vitis Land.), die auf den Blättern ihrer Wohnpflanze bucklige, wulstige Ausbuchtungen hervorbringt, die auf der konkaven Unterseite mit einem rötlichweißen Filz (s. Filzkrankheit) bedeckt sind, worin die Milben hausen. (S. auch Akariasis.)
Phytosterīn, C₂₆H₄₄O, eine mit dem Cholesterin isomere und diesem ähnliche Substanz, welche in Pflanzensamen und Keimungen vorkommt und häufig mit Fetten verwechselt wurde.
Phytotŏmie (grch.), die Anatomie der Pflanzen, s. Anatomie und Histologie.
Phytozōen (grch.), s. Zoophyten.
Pi (Π, π), griech. Buchstabe, dem P entsprechend; in der Mathematik bezeichnet π (d. i. Peripherie) die Ludolfsche Zahl (s. d.).
Pia causa (lat.), fromme Stiftung (s. Milde Stiftung).
Piacenza (spr. pĭatschén-). 1) Provinz im Königreich Italien, in der Landschaft Emilia, grenzt im N. an die Provinzen Cremona, Mailand und Pavia, im O. und S. an Parma und im W. an Pavia, hat 2499,56 (nach Strelbitskij 2355) qkm mit (1881) 226717, nach Berechnung vom 31. Dez. 1892: 229039 E., d. i. 91 E. auf 1 qkm, und zerfällt in die zwei Kreise Fiorenzuola d’Arda und P. mit zusammen 47 Gemeinden. Die Provinz ist im südl. Teile gebirgig durch den Ligurischen Apennin, der sich im Monte-Nero zu 1754, im Monte-Ragoler zu 1710, im Monte-Roncalla zu 1667 m erhebt, im nördlichen eben und sehr fruchtbar. Dem die Grenze im Norden bildenden Po fließen Tidone, Trebbia, Nure, Chero und Arda zu. Gebaut werden besonders Weizen, Mais, Wein und Melonen; bedeutend ist die Rindvieh- und Schweinezucht sowie die Seidenkultur. Die die Provinz durchziehenden Eisenbahnlinien laufen in der Hauptstadt P. zusammen. – 2) Hauptstadt der Provinz P., 150 m vom rechten Ufer des Po, über den eine Eisenbahn- und eine Schiffbrücke führen, an den Linien Parma-Alessandria des Mittelmeernetzes und P.-Como (116 km) des Adriatischen Netzes, mit Dampfstraßenbahn nach Cremona, Rivergaro und Borgonure, ist Sitz des Präfekten, eines Bischofs, Tribunals erster Instanz sowie des Generalkommandos des 4. Armeekorps und der Infanteriebrigade «Cuneo» und hat (1881) 34987, nach Berechnung vom 31. Dez. 1892: 37000 E., in Garnison das 7. und 8. (ohne das 2. Bataillon) Infanterieregiment, das 21. Feldartillerieregiment (ohne die 1., 3. und 4. Batterie) nebst einer Traincompagnie, 10 Compagnien Genietruppen, 2 Eskadrons des Kavallerieregiments «Aosta» und 2 Compagnien des 4. Trainregiments, Festungswerke mit Citadelle, Außenforts und Brückenkopf, breite, gerade Straßen, schöne Plätze, darunter Piazza de’Cavalli mit den Reiterstandbildern der Herzöge Alessandro und Ranuccio Farnese von Francesco Mocchi, Schüler des Giovanni da Bologna, in der Nähe der Piazza del Comune ein 1867 von der Stadt errichtetes Marmorstandbild Romagnosis, Lehrers des Staatsrechts in Parma, und über 50 Kirchen, darunter der lombard.-roman. Dom mit drei Löwenvorhallen, einem Oberbau aus Backstein (13. Jahrh.), Fresken von Guercino im Kuppelbau und von Lod. Carracci am Triumphbogen, einer Krypta auf 100 Säulen und einem Denkmal Pius’ Ⅸ. von Dupré. Die Kirche San Sisto, im Renaissancestil 1499‒1511 erbaut, hat eine schöne ion. Säulenhalle und eine Kopie der Sixtinischen Madonna von Avanzini (18. Jahrh.), nachdem das von Raffael um 1515 für diese Kirche gemalte, jetzt in Dresden befindliche Original 1753 für 20000 Dukaten an Kurfürst August (Ⅲ.) von Sachsen verkauft worden war. Sant’ Antonino, ehemals Kathedrale, seit dem 12. Jahrh. öfter, zuletzt 1857 erneuert, hat eine schöne got. Vorhalle (Paradiso, 1350) und eine unregelmäßige Anlage mit Glockenturm auf acht großen Rundsäulen über dem Querschiff; Sta. Maria di Campagna, ein Centralbau im Stil der Frührenaissance (15. Jahrh.), hat Fresken von Pordenone (1529‒31). Unter den zahlreichen Palästen sind zu erwähnen der prächtige Palazzo del Comune (13. Jahrh.) mit Pfeilerhalle und Spitzbogen im Erdgeschoß, reichen Rundbogenfenstern im Obergeschoß und stattlicher Zinnenkrönung; der Palazzo Farnese, 1558 von Vignola prachtvoll erbaut, jetzt Kaserne, und der Palazzo dei Tribunali mit verfallenen malerischen Höfen. Ferner hat die Stadt ein technisches Institut, Lyceum, Gymnasium, eine Oberrealschule, technische Schule, ein 1809 erbautes schönes Theater, eine öffentliche Bibliothek (129000 Bände, 5800 kleinere Schriften, 2810 Handschriften) mit einem kostbaren Psalterium auf rotem Pergament, in Silber gebunden, einst im Besitz der Gemahlin Kaiser Ludwigs Ⅱ., Engilberga (9. Jahrh.), dem «Codex Landianus» von Dantes «Göttlicher Komödie» (1336), einer archäol. und paläontol. Sammlung und mehrere Hospitäler. Östlich der Stadt die Roncalischen Felder. – P. wurde 219 v. Chr. von den Römern, zugleich mit Cremona, als Colonia Placentia gegen die Gallier gegründet und durch ihre Lage am Po wichtig. 200 von den Galliern zerstört, wurde die Stadt von den Römern wieder aufgebaut und befestigt. Im Mittelalter, wo hier 1095 und 1132 Konzile gehalten wurden, ward P. abwechselnd von verschiedenen Adelsgeschlechtern (Scotti, Torriani, Visconti) beherrscht und kam