Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Pico de Tey̆de; Picolīne; Picot; Picotage; Picpuskongregation; Picropēgae; Pict.; Pictavĭum; Picten; Pictenwall; Pictet

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Pico de Teyde – Pictet

zusammen in Basel (2 Bde., 1572). – Vgl. Dreydorff, Das System des Joh. P. von Mirandola (Marb. 1858); Calori, Giovanni P. della Mirandola detto la fenice degli ingegni (2. Aufl., Bologna 1872); Di Giovanni, P. della Mirandola, filosofo platonico (Flor. 1882).

Giovanni Francesco P., Neffe des vorigen, Graf von Mirandola und Concordia, geb. 1469, durch einen seiner Neffen 1533 ermordet, schrieb das Leben seines Oheims, eine Biographie Savonarolas und mehrere mystische Schriften, die sich in der erwähnten Baseler Ausgabe gesammelt finden.

Pico de Tey̆de, Vulkan, s. Teneriffa.

Picolīne (Pikoline), s. Pyridinbasen.

Picot (spr. -koh), François, franz. Maler, geb. 17. Okt. 1786 in Paris, Schüler von Vincent, gewann 1815 mit dem Tod Jakobs den großen Rompreis. Sein Bild Amor und Psyche hatte im Salon 1819 einen unbestrittenen Erfolg; ferner malte er 1822: Der von den Furien verfolgte Orestes im Schoße der Elektra ausruhend, und Raffael mit der Fornarina; 1827 eine Verkündigung Mariä. Im Louvre schmückte er die Säle der ägypt. und griech. Altertümer mit je einem allegorischen Deckengemälde: Kulturverhältnis Ägyptens zu Griechenland, Untergang von Herculanum und Pompeji; im Pariser Stadthaus malte er: Die Gerechtigkeit, an die verdienten Männer Frankreichs Kränze austeilend. Von seinen Gemälden für Pariser Kirchen sind zu nennen: Madonna mit Aposteln und Engeln (Notre-Dame de Lorette), Christus mit Propheten (St. Vincent de Paul). P. starb 15. März 1868 in Paris.

Picot (spr. -koh), Georges, franz. Jurist und Historiker, geb. 24. Dez. 1838 zu Paris, studierte die Rechte, bereiste England und war 1877‒80 im Justizministerium als Direktor der Kriminalsachen angestellt. 1878 wurde P. in die Académie des sciences morales et politiques gewählt. Er begründete und leitete das Organ des linken Centrums «Le Parlement», verfaßte «Notes sur l’organisation des tribunaux de police à Londres» (1862), «Recherches sur la mise en liberté sous caution» (1863), «Observations sur le projet de loi relatif à la mise en liberté provisoire» (1865), «Les élections aux États généraux dans les provinces de 1302 à 1614» (1874), «Le Parlement de Paris sous Charles Ⅷ» (1876‒77), «Le réforme judicaire en France» (1. u. 2. Aufl. 1881), «M. Dufaure, sa vie et ses discours» (1. u. 2. Aufl. 1883), «Un devoir social et les logements d’ouvriers» (1885; 13. Aufl. 1893), «La pacification religieuse et la suspension de traitements, 1832 à 1892» (1892). Sein Hauptwerk, die «Histoire des États généraux et leur influence sur le gouvernement de la France de 1355 à 1614» (4 Bde., 1872; 2. Aufl., 5 Bde., 1888), erhielt zweimal nacheinander den Gobertschen Akademiepreis.

Picotage (frz., spr. -tahsch’), s. Bergbau (Bd. 2, S. 759 b).

Picpuskongregation (spr. pickpüs-) heißt die Kongregation von den heiligsten Herzen Jesu und Maria von ihrem Mutterhause in der Picpusstraße in Paris. Sie wurde 1805 von Peter Jos. Coudrin gestiftet, 1817 von Pius Ⅶ. bestätigt, widmet sich vorzugsweise der Heidenmission, besonders in Australien. Der weibliche Zweig sind die Picpistinnen.

Picropēgae (grch.), die Bitterwässer (s. d.).

Pict., hinter lat. naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für François Jules Pictet (s. d.). ^[Spaltenwechsel]

Pictavĭum, lat. Name von Portiers.

Picten, Pikten (lat. Picti, «die Gemalten», d. h. Tättowierten) wurden seit dem 4. Jahrh. n. Chr. die kelt. Bewohner gälischen Stammes des nördl., den Römern nicht unterworfenen Caledonien (s. Caledonia) genannt, die sich in Verbindung mit den in diesem Jahrhundert aus Irland in das südwestl. Caledonien eingewanderten Scoten durch ihre Einfälle in das röm. Britannien furchtbar machten und, nachdem die Römer das Land aufgegeben hatten, die Herbeirufung der Sachsen durch romanisierte Briten (die kelt. Bewohner Englands) veranlaßten. Die P. zerfielen in zwei Abteilungen, Dicaledonen und Vecturionen, die südlichen und die nördlichen, die durch das Grampiangebirge geschieden waren. Die südlichen P. erhielten bereits im Anfang des 5. Jahrh. durch St. Ninian und dessen Schüler, die nördlichen durch den berühmten Columba (gest. 597) das Christentum. Der erste christl. König der P. war Brudeus (gest. 586). Unter Nectan, der 710 den Thron bestieg und ein Freund der Wissenschaften war, erfuhren die kirchlichen Verhältnisse wichtige Umgestaltungen. Den Höhepunkt ihrer Macht erreichten die P. unter der Regierung des Hungus, des Sohnes des Urgus (730‒760), der ununterbrochen mit den Scoten, Briten und Angelsachsen zu kämpfen hatte und meist siegreich war; 839 aber brach die Macht der P. durch die Scoten zusammen. 844 kam der Thron an Kenneth (Sohn des Alpin), den König der Scoten, unter dessen Nachfolgern scotischen Stammes allmählich der Name P. sich in den der Scoten (Schotten) verlor. Die Residenz der Pictenkönige war Forteviot in Stratherne.

Pictenwall, s. Hadrianswall.

Pictet (spr. -teh), François Jules P. de la Rive, geb. 27. Sept. 1809, gest. 15. Mai 1872, war Professor der Zoologie und Anatomie in seiner Vaterstadt Genf. Seine Hauptwerke sind: «Histoire naturelle des insectes névroptères» (2 Bde., Genf 1841‒45), «Traité de paléontologie» (4 Bde., ebd. 1844‒46; 2. Aufl., Par. 1853‒57, mit Atlas), «Description des mollusques fossiles qui se trouvent dans les grès verts des environs de Genève» (2 Bde., Genf 1847‒54), «Description de quelques poissons fossiles du Mont-Liban» (ebd. 1850), «Mélanges paléontologiques» (ebd. 1863) u. s. w.

Pictet (spr. -teh), Markus August, Naturforscher, geb. 23. Juli 1752 zu Genf, war Schüler, Freund und Reisebegleiter des berühmten Saussure, dem er auch 1786 als Professor und später als Präsident der Akademie zu Genf nachfolgte. 1798 unterhandelte er wegen des Anschlusses von Genf an Frankreich und wurde dann Mitglied des Rats der Fünfzehn. 1802 trat er in das Tribunat, wurde 1807 von Napoleon zu einem der 15 Generalinspektoren des öffentlichen Unterrichts erhoben und starb 18. April 1825 zu Genf. P. hat Vieles und Wichtiges im Gebiete der Physik, Mathematik und Ökonomie geleistet und ist Begründer der seit 1816 als «Bibliothèque universelle» bestehenden Zeitschrift, die er seit 1796 in Verbindung mit seinem Bruder u. d. T. «Bibliothèque britannique» herausgab.

Pictet (spr. -teh), Raoul, schweiz. Gelehrter, geb. im Juni 1842 zu Genf, war Professor an der Genfer Universität und hat sich namentlich durch den Nachweis bekannt gemacht, daß Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff unter Anwendung großer Kältegrade und starken Druckes flüssig und fest ge- ^[folgende Seite]