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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Santiago de Cuba - Santo Domingo (Republik)

^[Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Santiāgo de Compostela']

Königreichs Galicien, 33 km vom Meer, am Abhange des Monte-Pedroso und dem Nordende des Valle de la Mallia, durch das die 42 km lange Eisenbahn zum Hafen Carril (2533 E.) an der Ria de Arosa geht, ist Sitz eines Erzbischofs, des Militärordens des heiligen Jakob vom Schwert (s. Jakob vom Schwert), unregelmäßig und weitläufig gebaut, hat alte, hohe Häuser mit Säulengängen an den Fronten, (1887) 24300 E., 15 Kirchen, 4 Hospitäler, Waisenhaus, Kasernen, einige der frühern 16 Klöster, den erzbischöfl. Palast und daneben die prachtvolle, aus dem 11. Jahrh. stammende Kathedrale mit zwei 78 m hohen Türmen, einem 87 m langen, 64 m breiten Innern in Kreuzesform mit schlanken Säulen, 6 Schiffen, 25 Kapellen, vielen Reliquien, herrlichen Glasfenstern und Kostbarkeiten, wovon während der Franzosenkriege das meiste verloren ging, sowie auf dem Hochaltar das lebensgroße Standbild des heil. Jakobus (Sant Jago), des Schutzpatrons von Spanien, dessen durch einen Stern bezeichneter Leib 829 von Bischof Theodomir in der Nähe gefunden und in der Krypta begraben sein soll, daher der Beiname Compostela (von Campus Stellae, Sternfeld). Seitdem ist hier der besuchteste Wallfahrtsort Spaniens, der in der ganzen röm. Christenheit berühmt ist und als das Jerusalem de Occidente (abendländ. Jerusalem) vielen ausländischen Pilgern (romeros) als ersehntes Ziel galt. S. hat ferner seit 1504 eine gegenwärtig von etwa 800 Studenten besuchte Universität mit jurist., mediz. und pharmaceutischer Fakultät und einer Bibliothek von 40000 Bänden und 271 Handschriften; eine Tierarzneischule, ein erzbischöfl. Seminar, zwei Kollegien sowie Fabrikation und Handel mit Leinwand, Seide, Garn, Lederwaren, Hüten und Papier.

Santiāgo de Cuba, im Lande Cuba genannt, Hauptstadt des östl. Departements der span. Insel Cuba in Westindien, mit (1887) 59614 E., Sitz eines Erzbischofs sowie eines deutschen Konsuls, östlich an einer von Waldbergen der Sierra Maestra umschlossenen Bai ausgebreitet, im obern Teile gesund, im untern Teile Fiebern unterworfen, hat wegen der Erdbeben nur einstöckige flache Häuser, eine Kathedrale, zahlreiche andere Kirchen, Klöster und Armenhäuser, Waisenhaus u. s. w. Es giebt Cigarrenfabriken, Eisengießerei, Maschinenbau und Kerzenfabrikation. Der Hafen ist für die größten Schiffe tief genug und durch zwei Kastelle verteidigt, hat aber eine schwierige Einfahrt. Hauptausfuhrartikcl sind Tabak, Kaffee, Kakao, Zucker, Rum und Cedernholz. Eisenerze kommen aus den im Nordwesten in einer wilden, bis 2120 m hohen Gebirgsgegend gelegenen Minen von El Cobre, wohin eine 15 km lange Eisenbahn führt. Doch war 1893 der Minenbetrieb fast völlig eingestellt. 1893 verkehrten im Hafen 421 Schiffe, darunter 357 Dampfer mit 517000 Registertonnen. El Cobre ist auch Wallfahrtsort.

Santiāgo de Guatemala, s. Guatemala (Stadt).

Santiāgo de Guayaquil, Hafen in Ecuador, s. Guayaquil.

Santiāgo del Estēro. 1) Provinz der südamerik. Republik Argentinien, grenzt östlich an die Gobernacion del Gran Chaco und an Sta. Fe, im S. an Cordoba, im W. an Catamarca, Tucuman und Salta und zählt auf 102355 qkm (1892) 225000 E. Das vom Rio Juramento (Salado) und vom Rio Dulce (Saladillo) durchflossene Land ist nur im W. bergig (Cerro Mogote), sonst flach und im SW. Salzsteppe (Salinas Grandes). (S. Karte: La Plata-Staaten u. s. w., Bd. 10, S. 976.) Das Klima ist sehr heiß, mittlere Jahrestemperatur 21,6° C. Neben dem Ackerbau sind Gewinnung von Honig, Wachs, Tabak, Cochenille, Johannisbrot und wertvollere Hölzer zu nennen; Hauptgewerbe der Eingeborenen ist Baumwoll- und Wollweberei, Ackerbau ist nur mit Hilfe künstlicher Bewässerung möglich. Die Provinz wird durch die Bahn Sta. Fe-S. d. E.-Tucuman der Länge nach durchzogen. — 2) Hauptstadt, rechts am Rio Dulce, rings von Heiden umgeben, welche während der Regenzeit überschwemmt sind, primitiv gebaut, ist Sitz eines deutschen Vicekonsuls, hat 10000 E., Kathedrale, Nationalkolleg und Elementarschulen, Filiale der Nationalbank und große Obstgärten. — Vgl. L. Fazio, Memoria descriptiva de la provincia de S. d. E. (Buenos-Aires 1889).

Santillana (spr. -tilljā-), Iñigo Lopez de Mendoza, Marques von, span. Dichter, geb. 19. Aug. 1398 zu Carrion de los Condes, gehörte einer der mächtigsten castil. Familien an, war Neffe des Großkanzlers Lopez de Ayala, Sohn des Admirals Diego Hurtado de Mendoza. 1437-39 trug er als Grenzbefehlsbaber wesentlich zum glücklichen Ausgang des Feldzugs gegen die Mauren bei; für seine Teilnahme an der Schlacht bei Olmedo (1445) gewann er den Titel des Marquisats von Santillana. Weiterhin gehörte er zu den Feinden des Günstlings Alvaro de Luna, nach dessen Untergang (1452) seine eigene Stellung wohl die mächtigste im Lande gewesen ist. Er starb 25. März 1458 in Guadalaxara. S. hat alle Moderichtungcn der damaligen Poesie gepflegt, die didaktische, allegorisch-italienische und höfisch-provençalische. Der erstern gehören die «Proverbios», «Refranes», «Diálogo de Bias contra Fortuna» und das «Doctrinal de privados» an; der zweiten, durch Dante bestimmten Manier die sog. «Comedieta de Ponça», «Coronacion de Mossen Jordi», «Infierno de Enamorados» u. a.; der dritten eine Reihe Cancionen und Dezires. Diese Werke geben ihm eine hervorragende Stellung innerhalb der Schule, aber sonst keine höhere Bedeutung. Historisch wichtig ist, daß er in Nachahmung Petrarcas die ersten castil. Sonette dichtete und den Elfsilber einführte; dichterisch wertvoll sind seine mehr volkstümlichen «Serranillas» (Pastorellen), so das Liedchcn von der «Vaquera de la Finojosa». Eine Gesamtausgabe der «Obras» veranstaltete Amador de los Rios (Madr. 1852).

Säntis, Berg der Glarner Alpen, s. Sentis.

Santo (ital., span.), heilig. Zusammensetzungen mit S., die man hier vermißt, sind unter dem betreffenden Hauptnamen zu suchen; f. auch Saint, Sainte, San, Sankt, Santa, São.

Santo Domingo, San Domingo, früher der span. Name der Insel Haïti (s. d.) in Westindien, jetzt nur der östl. größere Teil, d. i. die seit 1844 selbständige Dominikanische Republik mit der Hauptstadt S. D. Man nennt sie auch Mulattenrepublik, weil unter den Bewohnern sich nur wenige Neger befinden, sonst aber Leute jeder Färbung und zahlreiche Europäer. Von der Republik Haïti ist S. D. geschieden durch eine gewundene Linie, die von der Mündung des Massacreflusses westlich von Monte-Cristi an der Nordküste zum Pedernalesfluß westlich vom Kap Rojo an der Südküste zieht. Mit den anliegenden Eilanden Saona, Beata und einigen kleinern umfaßt die Republik 48577 qkm mit etwa 417 000 E., d. i. nur 9 aus 1 qkm.

^[Anmerkung: Ende des Absatzes]

^[Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 300]