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Schneegans (Ludwig) – Schneepflüge
tion des «Courrier du Bas Rhin» zu Straßburg und wurde während der Belagerung 1870 zum Beigeordneten des Maire erwählt. Er gründete dann in der Schweiz das polit. Journal «Helvetia», wurde in die Nationalversammlung in Bordeaux gewählt und übernahm 1871 die Redaktion des «Journal de Lyon». 1873 nach dem Elsaß zurückgekehrt, entwickelte S. als Direktor des «Elsässer Journals» eine einflußreiche Thätigkeit in der Partei der Autonomisten (s. d.). In deren Sinne wirkte er auch im Reichstag, in den er 1877 von Zabern gewählt wurde und wo er 1879 den Antrag auf eine Konstitution für Elsaß-Lothringen mit Sitz der Regierung in Straßburg durch brachte. Er trat darauf als Ministerialrat in die Verwaltung der Reichslande, wurde aber 1880 zum deutschen Konsul in Messina, 1887 zum Generalkonsul in Genua ernannt. S. veröffentlichte mehrere Novellensammlungen: «Contes» (Straßb. 1868), «Aus fernen Landen» (Bresl. 1886), «Romeos Tochter. Lenz im Herbst. Speranza» (Lpz. 1889) und den Roman aus Alt-Syrakus «Kallia Kypris» (Berl. 1893); ferner: «La guerre en Alsace» (Straßb. 1871), «Aus dem Elsaß» (ebd. 1875), «Die Elsässer Liga» (ebd. 1876), «Über das höhere Schulwesen in Elsaß-Lothringen» (ebd. 1877), «Sicilien. Bilder aus Natur, Geschichte und Leben» (Lpz. 1887).
Schneegans, Ludwig, Schriftsteller, geb. 16. Dez. 1842 zu Straßburg, studierte seit 1859 in Straßburg, Jena und Berlin und war bis 1865 Lehrer der deutschen Sprache am Lyceum von Le Mans und von Rennes. Er lebte dann in München, Wien, in der Schweiz und seit 1888 wieder in Wien. Von S.’ Werken seien genannt: «Doktor Vorwärts», Lustspiel (1871), «Spätherbst», Drama (1872), «Der Weg zum Frieden», Drama (1874), «Der Doppelgänger», Drama (1877), «Jan Bockhold», Drama (1877), «Samiel, hilf!», Lustspiel (1881), «Maria, Königin von Schottland», Drama (1868); daneben hat er franz. Dichtungen übersetzt und eine kleine Sammlung von Gedichten in Straßburger Mundart veröffentlicht (in Heyses «Neuem Münchener Dichterbuch»).
Schneegebirge, s. Gebirge.
Schneeglöckchen, s. Galathus und Leucojum.
Schneegrenze, s. Firn.
Schneehuhn (Lagopus), Hühnervögel mit bis zu den Zehenspitzen befiederten Füßen, großen schaufelförmigen Nägeln und kuppigem Schnabel, von der Größe großer Rebhühner, die im Norden und auf den hohen Gebirgen vorkommen und im Sommer gelb und braun gesprenkelt, im Winter dagegen in schneereichen Gegenden ganz weiß erscheinen. Sie leben besonders auf Heiden und in Brüchen von Beeren, Knospen und Insekten, gesellig, aber in Monogamie, und haben ein zartes und feinschmeckendes Fleisch, weshalb sie überall viel gejagt werden. Die in den Polargegenden (Lagopus albus Steph., s. Tafel: Hühnervögel Ⅱ, Fig. 3), in Schottland und auf den Alpen lebenden Arten sind nur sehr wenig im Gefieder, gar nicht in der Lebensweise verschieden. Das schottische S. oder Moorschneehuhn (Lagopus scoticus Gray), eine Lokalrasse, wird im Winter nicht weiß.
Schneekönig, soviel wie Zaunkönig (s. d.).
Schneekopf, der zweithöchste Gipfel des Thüringer Waldes, im südlichsten Teile des Herzogtums Sachsen-Gotha, 978 m hoch; auf ihm befindet sich ein 21 m hoher steinerner Turm mit weiter Umsicht, unweit davon das Gasthaus die Schmücke (911 m). ^[Spaltenwechsel]
Schneekoppe, Riesenkoppe, der höchste Punkt des Riesengebirges (s. d.), 1605 m hoch, ein abgestumpfter Granitkegel, der sich etwa 260 m über den Riesenkamm unweit von dessen Ostende erhebt und, mit Gneis- und Glimmerschieferblöcken bedeckt, einem ungeheuern Steinhaufen gleicht. Der Gipfel selbst bildet ein kleines Plateau von 55 m Länge und 43 m Breite. Quer über die Gipfelfläche geht die schles.-böhm. Grenze. Nahe derselben, aber ganz auf schles. Gebiet, steht die 1668‒81 erbaute und dem heil. Lorenz gewidmete Koppenkapelle, welche 1824 zu einer Herberge für Gebirgswanderer eingerichtet, 1850 aber wieder zum Gottesdienst hergestellt wurde, nachdem ein neues, sehr bequemes Wirtschaftsgebäude erbaut worden war. Dieses Koppenhotel wurde nach den Bränden 1852 und 1862 neu aufgebaut, ein zweites Gasthaus liegt auf der böhm. Seite. Die Aussicht in den südlich benachbarten, 650 m tiefen, schroffen Riesen- oder Aupagrund, in den nördl. Melzergrund sowie auf Schlesien und Böhmen ist großartig.
Schneeloch, Kluft im Brocken (s. d.).
Schneemesser, derselbe Apparat, der als Regenmesser (s. d.) dient.
Schneepflüge, Vorrichtungen, um Schnee von Verkehrswegen zu entfernen. Die S. zur Freimachung der Eisenbahngleise haben die Form einer Pflugschar und werfen den Schnee, nachdem sie ihn aufgehoben haben, seitwärts ab. Der Hauptform nach unterscheidet man S., die durch tierische Kraft, und solche, die durch Dampfkraft bewegt werden. Letztere sind entweder unmittelbar an der Vorderseite der Lokomotive angebracht oder sie ruhen (gebräuchlichste Art) auf eigenen Rädern oder Fahrzeugen. (S. Tafel: Betriebsmittel der Eisenbahnen Ⅱ, Fig. 6.) S. finden besonders in Amerika eine ausgedehnte Verwendung, wo der Bau der Überlandbahnen und die Ausführung hoher Gebirgsbahnen wirksame Mittel notwendig machten, um längere Betriebsstörungen durch Schneefall zu verhindern. 1884 wurde von Russel ein Schneepflug von großer Leistungsfähigkeit erfunden, der auch im hartgefrorenen Schnee zuverlässig arbeitet. Der 32 t schwere Schneepflug ist besonders auf der Canad. Interkolonial-Staatsbahn (891 engl. Meilen) in Gebrauch, wo die heftigen, oft mehrere Tage anhaltenden Nordoststürme die 0,6 bis 6 m tiefen und bis 800 m langen Einschnitte, deren Gesamtlänge den dritten Teil der Bahnlänge ausmacht, vollständig mit Schnee ausfüllen. Der Schneepflug wird durch zwei schwere Lokomotiven mit großer Geschwindigkeit gegen den Einschnitt bewegt; oft gelingt es erst nach einem zweiten, dritten oder vierten Auflauf, den Einschnitt zu öffnen. Die Kosten eines solchen Schneepflugs stellen sich auf 7000 bis 10000 M. Noch wirksamer sind die sog. Schneeschaufler, welche, die Handarbeit des Schneeschaufelns nachahmend, den Schnee durch ein umlaufendes Schneidzeug in dünnen Scheiben abschälen und durch ein Gebläse zur Seite werfen. Die Form der von Jull erfundenen und von Leslie verbesserten Maschine ist aus Fig. 5 der genannten Tafel ersichtlich; Fig. 4 zeigt den Schneeschaufler in Thätigkeit. Die Kosten eines solchen Schneeschauflers betragen nahezu 68000 M. In neuester Zeit sind weitere Verbesserungen erdacht. Zur Entfernung von hartem und dichtgelagertem Schnee wird besonders der Cykloneschneeschaufler verwendet. Die Betriebskosten (ohne Verzinsung und Unterhaltung)