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Elliott – Ellipsenzirkel
Salisbury als zweiter Bevollmächtigter Englands an der dortigen Konferenz teil, wurde indessen wegen seiner türkenfreundlichen Haltung abberufen. 1877‒83 war er Botschafter in Wien und nahm dann seinen Abschied.
Ellĭott, Ebenezer, engl. Volksdichter, geb. 17. März 1781 zu Masborough im Kirchspiel Rotherham. Sein Vater war Aufseher einer Eisengießerei, in der E. im 12. Jahre als Lehrling angestellt ward. Die Liebe zur Natur und das Lesen von Thomsons «Jahreszeiten» erweckten in ihm die Neigung zur Dichtkunst, während eine von einem befreundeten Geistlichen seinem Vater hinterlassene Büchersammlung ihm Gelegenheit gab, die Lücken seiner Bildung einigermaßen auszufüllen. Seine ersten Gedichte, die er 1823 veröffentlichte, erregten wenig Aufsehen. Mit aller Kraft seines Geistes schloß er sich der Reformbewegung von 1830 und der Agitation gegen die «Brotsteuer» an; daraus entstanden die «Corn-law rhymes» (1831). Trotz mancher Verstöße gegen den guten Geschmack fand das wahre und starke Gefühl, das sich darin aussprach, allgemeine Anerkennung, und die natürliche Beredsamkeit, mit der er die Sache der Armen und Unterdrückten führte, gewann ihm einen Einfluß auf die Massen, der sich in den spätern Freihandelskämpfen oft geltend machte. Er starb 1. Dez. 1849 auf seiner Farm Great Houghton bei Barnsley. Außer seinen Gedichten («Poetical works», Edinb. 1840; neue Ausg., 2 Bde., 1876) hat er mehreres in Prosa geschrieben, das zum Teil in «Tait’s Magazine» veröffentlicht wurde. Sein Nachlaß («More verse and prose», 2 Bde., Lond. 1850) ist weniger bedeutend, obgleich er einzelnes vorzügliche Lyrische enthält.- Vgl. Watkins, Life, poetry and letters of Ebenezer E. (Lond. 1850); Searle, Life, character and genius of E. E. (ebd. 1850); ders., Memoirs of E. E. (ebd. 1850); J. W. King, E. E, a sketch, with copious extracts from his descriptive poems (Sheffield 1854); biogr. Skizze von Dowden in Wards «English poets» (2. Aufl. 1883).
Ellĭott, Sir Henry Miers, engl. Geschichtschreiber, geb. 1808 zu Pimlico Lodge (Westminster), erhielt «seine Bildung zu Winchester und Oxford, begab sich im Civildienst der Ostindischen Compagnie nach Indien, wo er Assistentenstellen zu Barelly, Dehli und Muradabad bekleidete. Später wurde er bei der Finanzverwaltung der Nordwestprovinzen angestellt und 1847 Sekretär der auswärtigen Angelegenheiten bei dem Generalgouvernement vom engl. Ostindien während der ereignisreichen Regierungen der Lords Hardinge und Dalhousie. E. starb 20. Dez. 1853 am Kap der Guten Hoffnung. Schriften von ihm sind: «Supplement to the glossary of Indian terms» (1846; in 2. Aufl. hg. von Beames als «Memoirs on the history, folklore and distribution of the races on the North-Western provinces of India», 2 Bde., Lond. 1869), «Bibliographical index to the historians of Mohammedan India» (1849; fortgeführt von Dowson u. d. T. «The history of India as told by its own historians», 8 Bde., ebd. 1867‒77; Fortsetzung von E. C. Bayley, ebd. 1886).
Ellipse (grch.), in der Geometrie eine länglichrunde krumme Linie zweiten Grades, einer der drei Kegelschnitte (s. d.). Man kann sie als diejenige krumme Linie definieren, welche die Eigenschaft hat, daß die Abstände jedes ihrer Punkte von zwei bestimmten Punkten (den Brennpunkten) dieselbe Summe geben. Die durch die beiden Brennpunkte gezogene, zwei entgegengesetzte Punkte der E. verbindende gerade Linie heißt die große Achse; die auf ihr im Mittelpunkt senkrecht stehende Linie die kleine Achse. Je kleiner die Excentricität (s. d.) ist, desto mehr nähert sich die E. einem Kreise, und dieser kann als eine E. angesehen werden, dessen Brennpunkte zusammenfallen oder dessen Achsen einander gleich sind. Die Gleichung der E., auf die Hauptachsen oder auch auf beliebige konjugierte Durchmesser bezogen, hat die Form: a²y² + b²x² = a²b², worin a und b die Halbachsen der E. sind. Die Gleichung ihrer Tangente, für den Punkt x′y′ lautet: a²yy′ + b²xx′ = a²b². Die Koordinaten des Krümmungsmittelpunktes sind, wenn e die Excentricität der E.
^[img: Formel]
und der Krümmungsradius ist:
^[img: Formel]
Der Inhalt der E. ist πab. Der Bogen ist durch ein elliptisches Integral auszudrücken. Tafel: Kurven Ⅰ, Fig. 1 zeigt eine E. mit ihrer Evolute, Fig. 9 eine solche mit Parallelkurven; in Fig. 12 ist eine Schar E. mit konfokalen Hyperbeln gezeichnet. Über mechan. Konstruktionen der E. s. Ellipsenzirkel. ^[Spaltenwechsel]
In der Grammatik und Rhetorik bezeichnet E. die Weglassung eines Wortes, das aus dem Zusammenhang ergänzt werden muß. Die E. ist bedingt teils durch den Affekt des Sprechenden, teils durch den Nachdruck, den man durch die Kürze erreichen will, was besonders bei Sentenzen und sprichwörtlichen Redensarten der Fall ist. Den Gegensatz bildet der Pleonasmus.
Ellipsenlenker, s. Geradführung.
Ellipsenzirkel, auch Ellipsograph oder Ovalzirkel genannt, Instrument zum Zeichnen von Ellipsen beliebiger Größe, deren Achsenverhältnis gegeben ist. Eine Ellipse von gegebenen Achsen zeichnet man am einfachsten mittels eines in den Brennpunkten B₁ und B₂ (s. beistehende Fig. 1) befestigten Fadens, wenn man denselben mit einem Zeichenstift S spannt und diesen herumführt. Diese Konstruktion, welche von den Gärtnern bei der Anlage ovaler Beete benutzt wird, beruht auf der Eigenschaft der Ellipse, daß die Summe der Radienvektoren konstant ist (im vorliegenden Falle gleich der Fadenlänge). Nach einem andern Verfahren werden durch den Punkt der Platte P (s. umstehende Fig. 2), der Mittelpunkt der Ellipse werden soll, zwei sich rechtwinklig schneidende Nuten gezogen; in jeder Nute bewegt sich ein Schieber (A und B), die beide durch Zapfen mit der Stange CD verbunden sind. Jeder Punkt der Stange muß, wenn man diese um den einen Endpunkt C dreht, eine Ellipse beschreiben; denn es sei:
^[Abb. Fig. 1.]