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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ellipsogrāph; Ellipsoīd; Ellipticität; Elliptische Räder; Ellis; Ellissen

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Ellipsograph – Ellissen

CA=a, CB=b, CE=x, CF=y so ist

x⁄a = sin α, y⁄b = cos α.

Da nun sin² α + cos² α = 1, so ist auch x²⁄a² + y²⁄b² = 1.

Dies ist die Gleichung der Ellipse; die von C beschriebene Linie ist also eine Ellipse. Dieser E., wie auch die Fadenkonstruktion, liefern nicht sehr genaue Zeichnungen. – Über die Konstruktion der genauern, doch teuern, speciell Ellipsographen genannten Instrumente vgl. E. Fischer, Beiträge zur Geschichte, Theorie und Praxis der Zeicheninstrumente, insbesondere der Ellipsographen (in Dinglers «Polytechnischem Journal», Stuttg. 1835, S. 188 fg.).

^[Abb. Fig 2]

Ellipsogrāph, s. Ellipsenzirkel.

Ellipsoīd, eine geschlossene Fläche zweiter Ordnung, deren auf die Hauptachsen bezogene Gleichung lautet:

x²⁄a² + y²⁄b² + z²⁄c² = 1, worin a, b, c die Halbachsen des E. sind. Im allgemeinen schneiden alle Ebenen das E. in Ellipsen, nur zwei Scharen paralleler Ebenen in Kreisen. Sind zwei Achsen des E. gleich, so heißt das E. elliptisches Sphäroid oder Rotationsellipsoid, da es durch Rotation einer Ellipse um eine ihrer Achsen entsteht, und zwar nennt man es ein gestrecktes, wenn die erzeugende Ellipse um ihre große Achse, ein gedrücktes (s. Tafel: Flächen Ⅰ, Fig. 4), wenn sie um die kleine Achse rotiert.

Ellipticität, das Verhältnis des Unterschieds der beiden Achsen einer Ellipse oder eines platten Sphäroids zur großen Achse. Dieser Quotient ist ein echter Bruch, und zwar desto kleiner, je weniger die Ellipse von einem Kreise, das Sphäroid von einer Kugel verschieden ist. In der Astronomie der mathem. Geographie wird die E. der Himmelskörper gewöhnlich die Abplattung (s. d.) derselben genannt.

Elliptische Räder, s. Unrunde Räder.

Ellis, Alexander John, engl. Phonetiker und Mathematiker, geb. 14. Juni 1814 zu Hoxton, hieß ursprünglich Sharpe und erhielt seine Bildung zu Shrewsbury, Eton und Cambridge. 1864 wurde er Fellow der Royal Society und 1870 der Society of Antiquaries. Er starb 28. Okt. 1890 in London. E. schrieb: «Alphabet of nature» (1845), «An extension of phonography to foreign languages» (1848), «The essentials of phonetics» (1848), «A plea for phonetic spelling» (2. Aufl. 1848), «On early English pronunciation» (4 Bde., 1869‒75, und seitdem von verschiedenen Societies herausgegeben). E. sucht hier auf sprachlicher Grundlage die Aussprache bei Chaucer, Shakespeare, Milton und ihren Zeitgenossen nachzuweisen. Ferner veröffentlichte er: «Algebra identified with geometry» (1874), «The English, Dionysian and Hellenic pronunciations of Greek» (1876), «How to teach proportion without reference to commensurability» (1877), «Pronunciation for singers» (1887; neue Aufl. 1888), «Logic for children, deductive and inductive» (1882) u. s. w. 1875 übersetzte er Helmholtz’ «Lehre von den Tonempfindungen». ^[Spaltenwechsel]

Ellis, John, s. Ell. et Sol.

Ellis, William, engl. Missionar und Entdeckungsreisender, geb. 29. Aug. 1794 in London, bildete sich seit 1814 in dem Seminar der Londoner Missionsgesellschaft zum Missionar aus. Er begab sich 1816 im Auftrag der Missionsgesellschaft nach Tahiti, ließ sich auf Eimeo nieder und bereiste von dort die übrigen Inseln Polynesiens, nach Kräften Christentum und Civilisation zugleich verbreitend. 1824 nach London zurückgekehrt, wurde er bei der Missionsgesellschaft als auswärtiger Sekretär angestellt. Er machte sich durch eine Anzahl von Schriften bekannt, welche auch in naturgeschichtlicher und ethnogr. Hinsicht von Interesse waren. 1826 erschien seine «Missionary narrative of a tour through Hawaii» (4. Aufl. 1827). Hierauf folgten seine «Polynesian researches» (2 Bde., Lond. 1829 u. ö.; neueste Ausg., 4 Bde., 1853), «Vindication of the South Sea Missions from the misrepresentations of O. von Kotzebue» (ebd. 1831), «History of Madagascar» (2 Bde., ebd. 1838) und «History of the London Missionary Society» (ebd. 1844). 1853‒56 machte E. drei Reisen nach Madagaskar, an dessen Christianisierung er hervorragenden Anteil nahm; er beschrieb die Reisen in «Three visits to Madagascar» (Lond. 1858). 1862‒65 hielt er sich nochmals in Madagaskar auf. Die Christianisierung der Insel schilderte er in «The martyr church; a narrative of the introduction, progress and triumph of christiantity in Madagascar» (Lond. 1871). E. starb 9. Juni 1872 in London. – Sein Leben beschrieben sein Sohn J. ^[John] E. Ellis (Lond. 1873) und Blyth (2. Aufl., ebd. 1892).

Ellissen, Adolf, Litterarhistoriker, geb. 14. März 1815 zu Gartow im Lüneburgischen, studierte seit 1832 zu Göttingen Medizin, später Geschichte und Litteratur, klassische und neuere, besonders ostasiat. Sprachen. Ende 1836 reiste er nach Paris, um die dortigen chines. Bücherschätze zu benutzen, und 1837‒38 nach Griechenland. Nach der Rückkehr lebte er erst zu Münden, dann in Göttingen. Seit 1846 war E. an der Göttinger Bibliothek angestellt; 1849‒55 war er Mitglied, 1854‒55 Präsident der Zweiten Kammer Hannovers, in der er gegen die reaktionären Absichten der Regierung mit großer Beredsamkeit opponierte. Nach der Annexion Hannovers durch Preußen war E. Mitglied des konstituierenden Reichstags und (bis 1870) des preuß. Abgeordnetenhauses, wo er sich der nationalliberalen Partei anschloß. Er starb 5. Nov. 1872 zu Göttingen. Als Früchte seiner Studien erschienen «Thee- und Asphodelosblüten» (Gött. 1841), metrische Bearbeitungen chines. und neugriech. Gedichte; sodann Übersetzungen von Montesquieus «Geist der Gesetze» (12 Tle., Lpz. 1843‒44) und Voltaires «Werken in zeitgemäßer Auswahl» (12 Tle., ebd. 1844‒46); der «Versuch einer Polyglotte der europ. Poesie» (Bd. 1, ebd. 1846), der den geistigen Entwicklungsgang der Völker in ihrer Poesie bis auf die Gegenwart darzustellen bezweckt. Ein Nachtrag zu diesem Werke ist das mittelgriech. Gedicht «Ὁ πρέσβυς ἱππότης» (Lpz. 1846); einen wichtigen Beitrag zur Geschichte Athens während des Mittelalters giebt «Michael Akominatos, Erzbischof von Athen» (Gött. 1846). – Vgl. Goedeke, A. E. (Gött. 1872).