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Rogers (Samuel) – Roggentrespe
gehalten ist «Six centuries of work and wages» (2 Bde., Lond. 1884; eine abgekürzte einbändige Ausgabe, ebd. 1885). Wenig benutzt wird die von R. veranstaltete Ausgabe von Adam Smiths «Wealth of nations» (Oxf. 1880). Unter den theoretischen Werken ist das bekannteste: «The economic interpretation of history» (Lond. 1888), das aber nicht systematisch gehalten ist. Interessantes Material für die engl. Verfassungsgeschichte enthält: «Protests of the Lords» (3 Bde., Lond. 1875). – Vgl. Annual Register für 1890; den Artikel English School of political economy in Palgraves «Dictionary of political economy» (Bd. 1, S. 735); den Artikel James Edwin Thorold R. in Conrads «Handwörterbuch der Staatswissenschaften», Bd. 5, S. 453 fg. (Jena 1893) mit Litteraturangaben.
Rogers (spr. roddschĕrs), Samuel, engl. Dichter, geb. 30. Juli 1763 zu Newington-Green (Middlesex) als Sohn eines reichen Bankiers in London, dessen Geschäft er nach Vollendung seiner Universitätsstudien selbst übernahm. Er starb 15. Dez. 1855 zu London. 1786 trat er zuerst mit der «Ode to superstition and other poems» auf. 1792 gab er «Pleasures of memory» heraus, die seinen Ruf als Dichter begründeten, 1812 «Voyage of Columbus, a fragment», 1814 die dichterische Erzählung «Jacqueline», 1819 «Human life», 1822 «Italy», sein bestes Gedicht. Nach seinem Tode gab Sharpe «Recollections of S. R.» (Lond. 1859) heraus. Seine Werke sind mehrmals gesammelt erschienen. – Vgl. Clayden, The early life of S. R. (Lond. 1887); ders., R. and his contemporaries (2 Bde., ebd. 1889).
Rogerwiek, russ. Stadt, s. Baltischport.
Roggen (Secale), in vielen Gegenden vorzugsweise Korn genannt, eine zur Familie der Gramineen (s. d.) gehörende Getreidegattung mit zusammengedrückten, dichten Ähren, die aus meistens zweiblütigen, selten dreiblütigen Ährchen bestehen, deren Kelchspelzen pfriemlich und deren Blüten mit endständiger Granne versehen, und zwar die zwei untern sitzend sind. Im nördl. Europa ist der gemeine R. (Secale cereale L., s. Tafel: Getreidearten, Fig. 13, a Ähre, b Korn) mit zur Fruchtzeit rundlich-vierseitiger Ähre und zäher Spindel die geschätzteste Getreidepflanze, weil er in den kältern Gegenden, wo jedes andere Getreide mehr gefährdet ist (bis 70° nördl. Br. und 1500 m Meereshöhe in den Alpen), sicherer reift, keine höhern Ansprüche an den Boden macht und selbst in solchem noch gedeiht, wo Weizen nicht mehr gebaut werden kann. Auch liefert er mehr und vorzüglicheres Stroh als Weizen, Hafer und Gerste. Der Winterroggen wird im Herbst gesät, der Sommerroggen im Frühjahr; der Anbau des erstern ist ausgedehnter und lohnender. Die Heimat des R. ist in Südosteuropa und den angrenzenden Gegenden Asiens bis etwa zum Kaspischen Meere zu suchen. Die Kultur des R. ist jedenfalls bei den german. und slaw. Völkern eine sehr alte, dagegen ist der R. bei den Indern, Juden, Ägyptern und Griechen unbekannt gewesen und in Italien erst um die Kaiserzeit herum eingeführt worden. Von dem R. werden nur wenige Varietäten gezogen, die sich sämtlich auch als wenig beständig unter veränderten Anbauverhältnissen erweisen: als Winterfrucht der Staudenroggen, der sich ungewöhnlich stark bestockt, das rhein. Klebkorn mit dunklem Samen und der Johannisroggen, der, im Sommer gesät, mehrere Schnitte Grünfutter vor der im nächsten Jahre erfolgenden Körnerernte giebt. Der R. verträgt leichten, sandigen Boden, gedeiht jedoch am besten auf mildem, kalkhaltigem Lehm, lehmigem Sand und sandigem Lehm, wogegen sehr bindiger, nasser und mooriger Boden demselben nicht zusagt. Die Ernte des Winterroggens fällt für Mitteleuropa in die Mitte des Juli, diejenige des Sommerroggens um mehrere Wochen später. Der Ertrag beläuft sich pro Hektar auf 6‒40 hl à 68‒78 kg Körner und auf 4‒8000 kg Stroh. Der Wert der Roggenkörner beruht zunächst auf ihrer besondern Qualifikation zu dem allgemeinen Nahrungsmittel, dem Brote. Ist auch das Roggenmehl weniger weiß und fein als dasjenige vom Weizen, so ist es doch gesund und vermöge seines etwas größeren Gehalts an Proteïnstoffen kräftiger als letzteres. Nächstdem dient der R. zur Branntweinbrennerei und zur Fütterung. Sein Stroh ist das geschätzteste aller Halmfrüchte, weil das längste und stärkste; es dient, außer als Futter und zur Einstreu, zum Dach- und Feimendecken, zur Anfertigung von Strohseilen, Matten, Flaschenmuffen u. s. w. und ist in dieser Hinsicht schwer zu ersetzen. Von den den R. heimsuchenden Pflanzenkrankheiten sind namentlich zu nennen: das Mutterkorn (s. d.) und der Rost (s. Puccinia). (S. auch Getreide, Getreidehandel, Getreidepreise und Getreideproduktion.) ^[Spaltenwechsel]
Roggenbach, Franz, Freiherr von, deutscher Staatsmann, geb. 23. März 1825 zu Mannheim, studierte in Heidelberg und Berlin die Rechte und war 1848 Sekretär im Reichsministerium des Äußern. Nach Ausbruch der bad. Revolution übernahm R. Ende Mai 1849 nebst dem spätern Minister von Meysenbug eine Mission nach Berlin in Sachen der preuß. Intervention. Nach der Wiederherstellung der gesetzlichen Regierung in Baden verließ R. den bad. Staatsdienst und brachte die nächsten Jahre auf Reisen zu. Als Ende 1859 in Baden die Konkordatsangelegenheit (s. Baden, Bd. 2, S. 267 b) zur Verhandlung kam, trug er nicht wenig dazu bei, daß sich die Kammern gegen die Übereinkunft erklärten. Am 1. Mai 1861 übernahm er das bad. Ministerium des Auswärtigen nebst dem des großherzogl. Hauses. In dieser Stellung versuchte er, entgegen den Bestrebungen Österreichs und der deutschen Königreiche, die nationale Entwicklung Deutschlands unter der Führung Preußens zur Geltung zu bringen und nahm als Ausgangspunkt für diese Politik ein entschiedenes Eintreten für die in Kurhessen und Schleswig-Holstein verletzten Rechte. Da er Preußens Vorgehen in Schleswig-Holstein nach dem Kriege von 1864 nicht billigte, nahm er im Okt. 1865 seine Entlassung. Im Zollparlament 1869‒70 und im Deutschen Reichstage von 1871 bis 1873 vertrat er den bad. Wahlkreis Lörrach-Müllheim als Mitglied der Deutschen Reichspartei; 1871 übernahm er im Auftrage des Reichskanzlers die Organisation der Reichsuniversität Straßburg. R. war seit langen Jahren ein vertrauter Freund des Kronprinzen Friedrich; daher wurde 1888 nach der unbefugten Veröffentlichung des Tagebuchs des Kaisers auch R.s Korrespondenz gerichtlich mit Beschlag belegt, doch stellte sich sofort seine völlige Unschuld heraus.
Roggenhund, Roggenwolf, Dämonen, s. Deutsche Mythologie (Bd. 5, S. 39 a).
Roggenmehl, s. Roggen; über den Nährwert des R. s. die Tabelle beim Artikel Nahrungsmittel.
Roggenstengelbrand, s. Brand (des Getreides).
Roggentrespe, Pflanzenart, s. Bromus.