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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Demetrĭas; Demetrĭus

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Demetrias – Demetrius Phalereus

Wandgemälde (Museum in Neapel) dar. Umstehende Figur (Eleusinisches Relief) zeigt rechts vom Beschauer D. und Iakchos, links Kora. – Vgl. Overbeck, Griech. Kunstmythologie, Bd. 2, Tl. 3 (Lpz. 1878).

Demetrĭas, alte Stadt in der thessalischen Landschaft Magnesia, wurde in der Nähe des alten Iolkos auf der nordöstl. Seite des innersten Teils des Pagasäischen Golfs durch Demetrius Poliorketes 290 v. Chr. angelegt und nach ihm benannt. Sie diente bis zur röm. Zeit den macedon. Königen oft als Residenz und war eine Hauptfestung zur Beherrschung Griechenlands. Blühende Handelsstadt blieb D. bis zum J. 896, wo kretische Saracenen unter dem Korsarenführer Damianos von Tyra D. eroberten und zerstörten. Ruinen von D. finden sich in der Nähe des heutigen Goritsa.

Demetrĭus, ein in der Geschichte des Macedonischen und des Syrischen Reichs mehrfach erscheinender Name. – Unter den macedonischen Königen dieses Namens sind die wichtigsten: 1) D. Poliorketes (s. d.). 2) D. Ⅱ., Enkel des D. Poliorketes, Sohn des Antigonus Gonatas, folgte 239 v. Chr. seinem Vater als König von Macedonien und fand 229 in einer unglücklichen Schlacht gegen die Dardaner den Tod. 3) D. Ⅲ., König Philipps Ⅴ. Sohn, wurde 197 v. Chr. von seinem Vater als Geisel, 184 als Gesandter nach Rom gesandt und beidemal mit solcher Auszeichnung von den Römern behandelt, daß er Philipp verdächtig und 181 auf den Antrieb von dessen anderm Sohne Perseus angeklagt und durch Gift aus dem Wege geräumt wurde.

Unter den syrischen Seleuciden treten hervor: D. Ⅰ. Soter (162‒151, der Sohn Seleucus’ Ⅳ.), der gegen einen Prätendenten, Alexander Balas, Krone und Leben verlor; D. Ⅱ. Nikator, Sohn D.’ Ⅰ., war nach seines Vaters Tode nach Kreta geflohen, vertrieb aber 147‒146 mit ägypt. Hilfe Alexander Balas und hatte dann Kämpfe gegen verschiedene Prätendenten und gegen die Makkabäer zu bestehen. 139 wurde er von den Parthern in Medien geschlagen, geriet in Gefangenschaft und erreichte Syrien erst wieder im J. 130. Er fiel 126 v. Chr. in Tyrus, wohin er sich geflüchtet, durch Mörderhand, nachdem er gegen einen Prätendenten, Alexander Ⅱ. Zabina, bei Damaskus eine Schlacht verloren hatte.

Demetrĭus Poliorkētes, d. i. der Städtebelagerer, der Sohn des Antigonus (s. d.) des Einäugigen, unter den macedon. und syr. Königen dieses Namens der bedeutendste, geb. 337 v. Chr., zeichnete sich schon seit 317 in den Kriegen seines Vaters gegen Eumenes, Seleucus und Ptolemäus aus, obwohl er 312 gegen letztern die Schlacht bei Gaza, die erste, die er selbständig leitete, verlor. Noch in demselben Jahre schlug er die Ägypter bei Myus in Syrien völlig. 307 sendete ihn Antigonus nach Griechenland, um die Herrschaft des macedon. Kassander zu zerstören; er eroberte Megara und nahm Athen ein, dessen Bewohner ihn als ihren Befreier mit Ehren überhäuften. In Cypern schlug er 306 Menelaus, den Bruder des Ptolemäus, zu Lande und letztern in einer Seeschlacht; Salamis selbst erstürmte er. Antigonus nahm nun den Königstitel an und erteilte ihn auch seinem Sohne. Rhodus ward von D. 305‒304 vergeblich belagert, obwohl er sich damals durch seine neu erfundenen, großartigen Belagerungsmaschinen vorzugsweise seinen Beinamen erwarb. Dagegen entsetzte er im Herbste 304 Athen, das Kassander belagerte, und vertrieb 303 dessen Truppen aus Hellas und dem Peloponnes. Als nun Kassander, Lysimachus, Seleucus und Ptolemäus gegen Antigonus sich verbanden (302), eilte er dem letztern zu Hilfe nach Asien, eroberte Ephesus, ward aber durch die völlige Niederlage bei Ipsus 301, in der Antigonus selbst fiel, in die schwierigste Lage versetzt. Die Athener ließen ihn jetzt nicht ein; bald aber gelang es D., der im Besitz einer großen Flotte und einer nicht unbedeutenden Anzahl Städte geblieben war, seine Streitkräfte wieder zu verstärken. Inzwischen hatte Seleucus mit seinen frühern Bundesgenossen sich entzweit, verband sich mit D. und heiratete (300) dessen Tochter Stratonike. So konnte D. 298 daran gehen, Griechenland aufs neue zu gewinnen. Athen ergab sich ihm 295 und erhielt Verzeihung. Im Peloponnes schlug D. den spartan. König Archidamus Ⅳ. und wandte sich dann nach Macedonien, um sich in den Streit, der dort zwischen Kassanders Söhnen, Antipater und Alexander, ausgebrochen war, zu mischen. Nachdem er in Dium den letztern 294 hatte ermorden lassen, ward er selbst von den Macedoniern zum König ausgerufen. Die Böoter, die von ihm abfielen, unterwarf er (290) und zog dann gegen Lysimachus, der sich mit Seleucus und Ptolemäus verbunden hatte und in Macedonien eingefallen war. Aber die Macedonier, bei denen sich D. durch Schwelgerei, Erpressungen und Hochmut verhaßt gemacht hatte, gingen (287) zu Pyrrhus (s. d.) über, der sich ebenfalls dem Bündnisse seiner Gegner angeschlossen hatte. D. floh nach Griechenland, wo sein Sohn Antigonus Gonatas seine Herrschaft behauptet hatte: nur die Athener hatten sich erhoben und die Truppen des D. aus dem Kastell auf dem Museion vertrieben. Doch war der Peiraieus im Besitz der Macedonier geblieben. D. eilte nun nach Asien, um hier Lysimachus anzugreifen. Anfangs glücklich, ward er durch Agathokles, den Sohn des Lysimachus, bald so bedrängt, daß er sich nach Cilicien auf das Gebiet des Seleucus zurückziehen mußte. Diesem ergab er sich, nachdem ihn bei einem letzten Angriff seine Soldaten verlassen hatten (286). D. starb 283 zu Apamea am Orontes, wohin ihn Seleucus hatte bringen lassen. Eine (noch erhaltene) Biographie des D. schrieb Plutarch.

Demetrĭus der Lakonier, epikureischer Philosoph, Schüler oder Mitschüler des Zeno von Sidon zu Ciceros Zeit, scheint die von Zeno entwickelte Theorie des Induktionsschlusses gleichfalls vertreten zu haben. Sextus Empirikus schöpfte aus ihm wohl seine Kenntnis der epikureischen Philosophie, vermutlich durch Vermittelung des Änesidemus.

Demetrĭus Phalerēus, attischer Gelehrter und Staatsmann, aus niederm Stande, geb. zwischen 354 und 348 v. Chr. zu Phaleron, war Schüler Theophrasts, wurde von Kassander zum Verweser Athens ernannt, mußte aber 307 vor Demetrius Poliorketes flüchten und wurde von der Gegenpartei zum Tode verurteilt. Er ging zuerst zu Kassander nach Macedonien, nach dessen Tode zu Ptolemäus Ⅰ. nach Ägypten; dort legte er den ersten Grund zu der Alerandrinischen Bibliothek. Bei Ptolemäus Ⅱ. Philadelphus in Ungnade gefallen, starb er nicht lange nach 283 v. Chr. in der Verbannung in Oberägypten. Er verfaßte an 50 Schriften histor., polit., philos., rhetorischen und grammatischen Inhalts; die Schrift über den rednerischen Vortrag, die sich unter seinem Namen erhalten hat, gehört (trotz neuern Rettungsversuchen, wie dem von Hugo Liers) einem spätern Zeitalter an; sie ist von Göller (Lpz.