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Dienstuntauglich – Diepenbrock
Militärdienstfähigkeit und zur Ausstellung von Attesten». (S. auch Dienstuntauglich und Invalide.)
Dienstuntauglich heißen diejenigen wehrpflichtigen oder zwar bereits in das Heer eingestellten, aber noch nicht militärisch ausgebildeten Mannschaften, welche den Anforderungen des Militärdienstes nicht gewachsen sind und deshalb entweder nicht zur Einstellung in einen bestimmten Truppenteil gelangen oder vor beendeter Ausbildung wieder in ihre Heimat entlassen werden. Die Untauglichkeit kann eine zeitige (Schwächlichkeit, vorübergehende Entkräftung durch Krankheiten u. s. w.) oder eine dauernde (bleibende körperliche Fehler) sein. Auch giebt es bedingte Tauglichkeit, welche die Einstellung nur bei bestimmten Waffengattungen oder in der Ersatzreserve oder in den Landsturm ersten Aufgebots gestattet. Die Beurteilung erfolgt nach den Bestimmungen der «Heerordnung». (S. auch Dienstunbrauchbar.)
Dienstvertrag, s. Dienstmiete.
Dienstzeit oder aktive Dienstzeit, diejenige Zeit, die eine Militärperson im stehenden Heere dient. Die D. bildet einen Teil der Dienstpflicht (s. d.). Bei Entlassung aus dem aktiven Dienst bildet die Dauer der D., im Falle Versorgungsansprüche vorliegen (s. Invalide), einen wesentlichen Maßstab für die Berechnung der Pension. (S. auch Dienstalter.)
Dienstzulage, s. Dienstansprüche; s. auch Diensteinkommen, S. 279 a.
Dienstzwang, s. Bauernzwang.
Dientzenhofer (auch Dinzenhofer), Christoph, Baumeister, geb. 1655, gest. 1722 zu Prag, baute die Benediktinerkirche St. Margaret (1715‒19) in Břewnow bei Prag in geistvollem, aber ausschweifendem Barockstile: ferner die Jesuitenkirche zu St. Nikolaus auf der Kleinseite in Prag (1673 begonnen, 1752 von seinem Sohne vollendet), die Marien-Magdalenkirche (1656‒1709), die Kaietanerkirche (1691‒1717), vermutlich auch verschiedene Prager Paläste dieser Zeit, u. a. den Schönbornschen.
Christophs Sohn, Kilian Ignaz D., geb. 1690 zu Prag, gest. daselbst 1752, brachte den kath. Barockstil m Böhmen zu seiner Vollendung. Er lernte unter seinem Vater, dann seit 1718 bei Fischer von Erlach in Wien und übernahm 1722 nach seines Vaters Tode dessen Bauten in Prag. Er bereiste auch Italien, Frankreich und England. D. baute zunächst das überaus anmutige Zwergenhaus in Prag, dann die Ursulinerinnenkirche auf dem Hradschin (1720‒28), die Kirchen St. Johann von Nepomuk am Felsen, St. Thomas und St. Nikolaus (um 1730), ferner zwei Centralbauten: die Laurentiuskirche zu Gabel in Nordböhmen und die Magdalenenkirche zu Karlsbad (1732‒34), die Façade der Nikolauskirche (Kleinseite in Prag); von Palästen sind von ihm entworfen: der Kinskysche, der Piccolominische, jetzt Nostitzsche (am Graben in Neustadt), mit einer der schönsten Façaden des deutschen Barockstils. Zu diesen kommen noch zahlreiche andere im übrigen Böhmen. Der wuchtige, aber zugleich flotte Barockstil des Kilian Ignaz D. übte den größten Einfluß auf die gesamte Baukunst Böhmens in seiner und der folgenden Zeit.
Johann Leonhard D. aus Waldsassen wurde 1696 Hof- und Landbaumeister in Bayreuth und starb angeblich vor 1711. Er baute die Wallfahrtskirche zu Burgwindheim, leitete den Umbau des Cistercienserklosters Ebrach (1686), baute die Karmeliterkirche zu Bamberg um (1694), errichtete 1695‒1705 den östl. Flügel der Residenz zu Würzburg, das 1793 zerstörte Lustschloß Favorite bei Mainz, angeblich auch das großartige Schloß Pommersfelden bei Bamberg, eine der mächtigsten Bauanlagen jener Zeit, endlich verschiedene Privathäuser in Bamberg. ^[Spaltenwechsel]
Johannes D., der Bruder Joh. Leonhards, wurde 1700 zum fürstl. Baumeister der Abtei von Fulda ernannt, baute 1704‒12 den Dom daselbst, eins der edelsten Bauwerke jener Zeit, und den Schloßkonventbau, ferner in Bamberg den Konventbau der Abtei Michelsberg (1724) und die Façade der Kirche derselben (1722‒23). D. war 1723‒30 Hofbaumeister, ebenso 1730‒38 Justus Heinrich D. und Johann Heinrich D., mit dessen Tode 1745 die fränk. Baumeister Namens D. aufhören. Johannes D. hinterließ in Franken eine ausgebreitete Schule.
Diepenbeeck, Abraham van, auch Dieppenbeck geschrieben, niederländ. Maler, geb. 1596 zu Herzogenbusch, gest. 1675 in Antwerpen, Schüler von Rubens, widmete sich anfänglich der Glasmalerei. Sein Hauptwerk auf diesem Gebiete sind die Fenster der Kirche der Minimen zu Antwerpen (40 Bilder aus dem Leben des heil. Franciscus von Paula), die sich aber in England befinden. Ferner schuf er die Glasmalereien der dortigen Frauenkirche (1635) und der Dominikanerkirche. In der Ölmalerei eignete er sich die spätere Helldunkelmanier von Rubens mit besonderen Geschick an. Nach einem kurzen Aufenthalte in Italien wurde er 1641 zum Vorsteher der Akademie zu Antwerpen gewählt. Von seinen Ölgemälden sind zu erwähnen: Kopie der Rubensschen Kreuzabnahme (in der Castorkirche zu Koblenz), Madonna mit dem Christkind und der Elisabeth, Clölia mit ihren Gefährtinnen über die Tiber setzend (letztere beide im Berliner Museum), Abraham mit den Engeln (Münchener Pinakothek), Grablegung Christi (Museum zu Braunschweig), Neptun und Amphitrite auf ihrem Muschelwagen (Dresdener Galerie), Verlobung der heil. Katharina (Mannheim, großherzogl. Schloß). Zuletzt zeichnete er fast nur, und zwar so, daß er die Umrisse mit der Feder zog, sie leicht übertuschte, den Schatten mit der Feder und weiße Erhöhungen mit dem Pinsel hineintrug; diese Zeichnungen wurden auch gestochen. Als bedeutendstes Kupferwerk, nach ihnen gefertigt, erschienen die «Tableaux du Temple des Muses» (59 Blätter, Par. 1655). Diese Originalausgabe ist nicht mit der 1735 in Amsterdam in 60 Blättern erschienenen, etwas veränderten Ausgabe von B. Picart zu verwechseln.
Diepenbrock, Melchior, Freiherr von, Fürstbischof von Breslau, geb. 6. Jan. 1798 zu Bocholt in Westfalen, nahm an den deutschen Freiheitskämpfen teil, mußte aber später wegen Unbotmäßigkeit den Militärdienst verlassen. Durch den Einfluß des nachmaligen Bischofs Sailer (s. d.) für die Theologie gewonnen, folgte er diesem 1818 auf die Universität Landshut, später nach Regensburg. Hier empfing er 1823 die Priesterweihe und wirkte, als Sailer Bischof von Regensburg geworden, zuerst als bischöfl. Sekretär, seit 1830 als Domkapitular. 1835 wurde er Domdechant und 1842 Generalvikar; 1844 legte er diese Stellung nieder. 1815 zum Fürstbischof von Breslau ernannt, wurde D. von dem erstarkenden Ultramontanismus miterfaßt, wenngleich er den Einfluß Sailers nie ganz verleugnet hat; er wurde 1849 zum apostolischen