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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Roseggletscher; Roseīn; Roselīth; Rosella ; Rosemunda; Rosen

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Roseggletscher – Rosen

Roseggletscher, der größte Gletscher der Berninaalpen, im Hintergrunde des gleichnamigen Thales, 10 km südlich von Pontresina gelegen, entsteht aus zwei Armen, der Vadret da Tschierva und der Vadret da Roseg, welche durch einen vom Piz Roseg (3943 m) ausgehenden Felsgrat geschieden werden. Der Gesamtgletscher bedeckt 22 qkm und hat 7½ km Länge. Die Länge der Gletscherzunge beträgt 4½ km, das Ende liegt in 2040 m Seehöhe.

Roseīn, Farbstoff, s. Fuchsin.

Roseīn, Legierung von 40 Teilen Nickel, 10 Teilen Silber, 30 Teilen Aluminium und 20 Teilen Zinn.

Roselīth, ein seltenes Mineral, das sich nur spärlich auf einigen Gruben bei Schneeberg findet; die sehr kleinen, wahrscheinlich triklinen Kryställchen sind zu dunkelrosenroten kugeligen Aggregaten gruppiert. Chemisch ist es wasserhaltiger arsensaurer Kalk und Kobaltoxydul mit etwas Magnesia, entsprechend der Formel R₃(AsO₄)₂ + 2H₂O, worin RCa und Co ist.

Rosella (Platycercus eximius Shaw), ein Plattschweifsittich Südaustraliens, der nächst dem Wellensittich zu den beliebtesten und in der Zucht ergiebigsten Käfigvögeln gehört. Färbung lebhaft rot, gelb, grün und schwarz, Becken weiß. Das Paar kostet etwa 30 M., wird mit Hirse und Kanariensamen ernährt und hält Sommer und Winter im Freien aus.

Rosemunda, s. Rosamunde.

Rosen, Pflanzen, s. Rose.

Rosen, in der Jägersprache die gewöhnlich stark geperlten, ringförmig vortretenden Wülste am untern Ende der Stangen von Geweih und Gehörn; auch die roten Flecken über den Augen des Auer-, Birk-, Haselwildes, der Fasanen und Rebhühner.

Rosen, Friedr. Aug., Orientalist, geb. 2. Sept. 1805 in Hannover, studierte in Leipzig und Berlin, dann in Paris unter Sacy orient. Sprachen und wurde dann zum Professor der orient. Litteratur an die Londoner Universität berufen. Er gab 1831 seine Professur auf und starb 12. Sept. 1837. R. veröffentlichte: «Radices sanscritae» (Berl. 1827), bearbeitete das älteste der noch vorhandenen arab. Lehrbücher der Algebra von Mohammed ben Musa (Lond. 1831), revidierte das sanskrit-bengalische Wörterbuch von Haughton (ebd. 1833), das man fast als seine eigene Arbeit ansehen kann, und arbeitete für das Britische Museum den Katalog der syr. Manuskripte, der erst nach seinem Tode (Lond. 1839) erschien. Der von ihm vollendete Teil der Bearbeitung des Rigveda wurde von der Asiatischen Gesellschaft veröffentlicht u. d. T. «Rigveda Sanhita, liber primus, sanscrite et latine» (Lond. 1838), und wirkte als der erste Druck eines vedischen Textes für das Studium der altind. Litteratur epochemachend.

Rosen, Georg, Orientalist und Geschichtschreiber, Bruder des vorigen, geb. 24. Sept. 1820 zu Detmold, widmete sich zu Berlin und Leipzig orient. Studien, als deren erste Frucht die «Elementa persica» (Berl. 1843) erschienen. Noch in demselben Jahre wurde er von der Berliner Akademie behufs linguistisch-ethnogr. Untersuchungen nach dem Kaukasus gesandt, von wo er unter anderm die Abhandlung «Über die Sprache der Lazen» (Lemgo 1844) und eine «Ossetische Sprachlehre» (ebd. 1846) einschickte. Er kehrte 1844 nach Konstantinopel zurück, wo er als Dragoman bei der preuß. Gesandtschaft wirkte, bis er 1852 als preuß. Konsul nach Jerusalem ging. R. wurde 1867 als Generalkonsul nach Belgrad berufen, 1875 zur Disposition gestellt und lebte seitdem in Detmold, wo er 29. Okt. 1891 starb. Es erschienen von ihm ferner die Übersetzungen des «Buchs des Sudan» (Beschreibung einer Reise in Nigritien, Lpz. 1847), des «Mesnewi des Dschelal ed-din Rumi» (ebd. 1849) und des «Tuti-nameh», einer orient. Märchensammlung (2 Bde., ebd. 1857), «Das Haram von Jerusalem und der Tempelplatz des Mova» (Gotha 1866), «Geschichte der Türkei von dem Siege der Reform bis zum Pariser Traktat» (2 Bde., Lpz. 1867), «Die Balkanhaiduken» (zum Teil aus dem Bulgarischen übersetzt, ebd. 1877), «Bulgar. Volksdichtungen, gesammelt und ins Deutsche übertragen» (ebd. 1879). ^[Spaltenwechsel]

Rosen, Gregor Wladimirowitsch, Baron, russ. General, geb. 1781 in Esthland, machte 1805 den österr.-russ. Feldzug gegen Napoleon mit. In dem preuß.-russ. Feldzuge gegen Napoleon 1806 und 1807 nahm er an den Schlachten bei Altenkirchen, Allenstein und Bergfrieden teil. Im finländ. Kriege gegen Schweden kommandierte R. die Avantgarde bei Helsing und besetzte 13. März 1809 die Ålandsinseln. Im Feldzug 1812 zeichnete R. sich besonders in der Schlacht bei Borodino aus und nahm 1813 an den Schlachten bei Lützen, Bautzen, Dresden und bei Kulm hervorragenden Anteil. 1826 wurde er General der Infanterie und Befehlshaber des litauischen Infanteriekorps, machte 1831 den Krieg gegen Polen unter Diebitsch-Sabalkanskij und Paskewitsch mit und nötigte den poln. General Romarino, mit seinem Korps nach Österreich zu flüchten und dort die Waffen niederzulegen. 1832 wurde R. zum Commandeur aller russ. Regimenter im Kaukasus ernannt. Hier führte er den Krieg in Dagestan gegen Kasi-Mulla, schlug ihn Okt. 1832 und stürmte die Hauptfeste Gimri. Später war er Senator und Mitglied des Reichsrats; er starb 24. Aug. 1841 in Moskau.

Rosen, Julius, s. Duffek, Nikolaus.

Rosen, Victor, Baron von, russ. Orientalist, geb. 5. März 1849 zu Reval in Esthland, studierte 1866‒70 an der orient. Fakultät in Petersburg, dann in Leipzig und Greifswald. Inzwischen habilitierte er sich 1872 an der Universität Petersburg und wurde 1879 zum Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften gewählt, 1885 ord. Professor. Außer seinen Abhandlungen über arab. Litteraturgeschichte im «Bulletin» der kaiserl. Akademie und dem «Journal des russ. Ministeriums für Volksaufklärung» veröffentlichte R. folgende Arbeiten: «Die altarab. Poesie und ihre Kritik» (russisch, Petersb. 1872), «Les manuscrits arabes de l’Institut des langues orientales» (ebd. 1877), «Les manuscrits persans de l’Institut etc.» ebd. 1886), «Notices sommaires des manuscrits du Musée asiatique» (ebd. 1881), «Imperator Basilius Bulgaroktonos. Auszüge aus der Chronik des Jahja aus Antiochien; herausgegeben, übersetzt und erklärt» (russisch, ebd. 1883), «Remarques sur les manuscrits orientaux de la collection Marsigli à Bologne suivies de la liste complète des manuscrits arabes de la même collection» (Rom 1885). Mit Runik gab er «Die Nachrichten Al-Bekris über die Russen und Slawen» (russisch, ebd. 1878) heraus. Seit seiner Wahl zum Präsidenten der orient. Sektion der kaiserlich russ. Archäologischen Gesellschaft (1885) hat er sich bemüht, der orient. Wissenschaft in Rußland in den «Zapiski» (bis 1894