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Deludieren – Dema
Teil die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Reisen enthaltend; «Nouvelles idées sur la météorologie» (2 Bde., Lond. 1786; deutsch von Wittekopp, Berl. 1788), «Introduction à la physique terrestre par les fluides expansibles» (2 Bde., Par. 1803), «Elementary treatise on geology» (Lond. 1809), in welchen letztern Schriften er sein geolog. System darlegte; «Geological travels» (5 Bde., ebd. 1810‒13) u. s. w.
Deludieren (lat.), verspotten, täuschen, äffen.
Déluge (frz., spr. -lühsch), Überschwemmung, Sintflut; s. auch Après nous le déluge.
Deluns-Montaud (spr. -löng mongtoh), Pierre, franz. Politiker, geb. 5. Juni 1845 zu Allemand-du-Drot, war Advokat in Marmande und Vicamaire und wurde 1879 in die Deputiertenkammer gewählt. 1881 und 1885 wiedergewählt, zählte er zu den hervorragendern Mitgliedern der opportunistischen Union républicaine. Am 3. April 1888 erhielt er das Portefeuille der öffentlichen Arbeiten im Kabinett Floquet, das er 21. Febr. 1889 an Yves-Guyot abgab.
Delusion (lat.), Verspottung, Täuschung; delusorisch, täuschend, trügerisch.
Delvau (spr. -woh), Alfred, franz. Schriftsteller, geb. 1825 zu Paris, war 1848 Privatsekretär Ledru-Rollins, des damaligen Ministers des Innern, widmete sich dann litterar. Thätigkeit und veröffentlichte eine «Histoire de la révolution de Février» (2 Bde., 1850) und eine Sammlung der Wahlprogramme, Dekrete, Anzeigen u. s. w. der zweiten Republik: «Les murailles révolutionnaires» (2 Bde., 1851). D. war Mitarbeiter an vielen Zeitungen, wie «Figaro», «Siècle» u. s. w. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: Romane, wie «Au bord de la Bièvre» (1854; neue Ausg. 1873), «Françoise» (1865); geschichtliche und litterar. Werke, die als Beiträge zur modernen Kulturgeschichte von Paris einigen Wert beanspruchen: «Histoire anecdotique des cafés et cabarets de Paris» (1862), «Les Cythères parisiennes» (1864), «Gérard de Nerval, sa vie et ses œuvres» (1865), «Histoire anecdotique des barrières de Paris» (1865), «Henry Murger et la Bohème» (1866), «Dictionnaire de la langue verte» (1865; 2. Aufl. 1867), dessen Inhalt größtenteils dem kurz vorher erschienenen Werke Lorédan Larcheys: «Excentricités du langage», entlehnt war, u. s. w. Er starb 3. Mai 1867 zu Paris. Die Ausgabe von 1873 «Au bord de la Bièvre» enthält eine genaue Aufzählung der Schriften D.s.
Delvaux (spr. -woh), Lorenz, belg. Bildhauer, geb. 1695 zu Gent, war Schüler von Gery Heydelberg und Plumier in Brüssel, arbeitete 1717‒26 in London, 1727‒33 in Italien, wurde 1734 Hofbildhauer Kaiser Karls Ⅵ. Später lebte er in Nivelles, wo er bis zu seinem Tode, 24. Febr. 1778, eine außerordentliche Thätigkeit entwickelte. D.’ Arbeiten zeichnen sich mehr durch kräftige Auffassung als durch Zartheit und Richtigkeit der Zeichnung aus; hervorzuheben sind: die Kanzel in der Kathedrale zu Gent, darstellend den Baum des Lebens, mit einer allegorischen Gruppe; Zeit und Wahrheit (aufgestellt 1745); die Kanzel und eine Gruppe: Bekehrung Pauli, in der Gertrudenkirche zu Nivelles; der heil. Antonius und das Jesuskind in der St. Albinuskirche zu Namur; ein heil. Livinus für die Jesuitenkirche in Gent, jetzt im dortigen Museum; endlich ein kolossaler Hercules mit dem Eber im Alten Hof zu Brüssel und das Mausoleum Leonhards van der Noot in der Karmeliterkirche daselbst. – Sein Enkel war der Landschaftsmaler Eduard D., geb. 1806 zu Brüssel, gest. 1862, von dem das Museum in Brüssel mehrere geschätzte Bilder enthält. ^[Spaltenwechsel]
Delvenau, Fluß in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, mündet bei Lauenburg rechts in die Elbe, ist von Mölln bis zu seiner Mündung kanalisiert und durch den Stecknitzkanal mit der ebenfalls kanalisierten Stecknitz (s. d.) verbunden, kann aber wegen seiner geringen Tiefe (0,9 m) nur von kleinen Fahrzeugen benutzt werden.
Delvigne (spr. -wínj), Henri Gustave, franz. Kapitän, geb. 1799 zu Hamburg, schlug 1826 als Souslieutenant in der Schrift «Recherches sur le feu de l’infanterie» Kammerbüchsen mit Geschoßstauchung auf dem Rande der Kammer vor. Bei der Expedition gegen Algier wurde er mit dem Kommando von 100 Schützen betraut, die zum Teil mit Gewehren seines Systems bewaffnet waren. Die von D. 1836 herausgegebenen Schriften «Exposé d’un nouveau système d’armement pour l’infanterie» und «Observations sur un nouveau modèle de carabine rayée et sur le feu des tirailleurs en Afrique» bewirkten, daß die Chasseurbataillone mit Delvigne-Gewehren bewaffnet wurden. Der von D. gegebene Anstoß hat die Entwicklung der Handfeuerwaffen sehr gefördert. Ferner veröffentlichte D.: «Sur l’emploi des balles cylindroconiques évidées» (Par. 1843 und 1849). Beim Ausbruch der Julirevolution verließ er den Militärdienst und lebte dann in Toulon. Napoleon Ⅲ. belohnte seine Verdienste durch Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion und durch Gewährung einer Staatspension. Außer den Kammerbüchsen hat D. viele andere Erfindungen gemacht: Explosionsgeschosse, Revolver, Zimmergewehre, Rettungsapparate u. s. w.; in den zehn letzten Jahren seines Lebens beschäftigte er sich besonders mit der Benutzung der Feuerwaffen zu Zwecken der Rettung Schiffbrüchiger und erfand die Flèches porte-amarres (Rettungsraketen). Er starb 18. Okt. 1876 zu Toulon.
Delvĭno, Delfino oder Delonia (im Altertum Helicranum), Stadt im Sandschak Argyrokastron des türk. Wilajets Jannina oder Südalbaniens (Epirus), an einem Nebenfluß des zum Küstensee von Butrinto gehenden Flusses Kalesiotikos und am Abhange einer mit dem Keraunischen Gebirge zusammenhängenden Bergmasse über einer fruchtbaren Ebene gelegen, hat 4000 E., verfallene Mauern, eine Burgruine, mehrere Moscheen; Ölbau und Handel. Eine Straße verbindet D. mit dem Seehafen Hagii-Saranta; an der Küste nördlich davon der Hafenort Chimára (in der Nähe der Ruinen der antiken Küstenfestung Chimaera), vordem berüchtigt als Raubnest der Chimarioten.
Delwig, Anton Antonowitsch, Baron von, russ. Dichter, geb. 17. (6.) Aug. 1798 zu Moskau, erhielt seine Erziehung im Lyceum zu Zarskoje-Selo, wo er einer der nächsten Freunde Puschkins wurde. Später war er bekannt als Dichter der Puschkinschen Gruppe und Herausgeber der «Litteraturzeitung». Er starb 26. (14.) Jan. 1831 zu Petersburg. Seine «Gedichte» erschienen 1829 (Petersburg; 2. Ausg. 1850). Eine ausführliche Biographie D.s verfaßte Gajewskij im «Sovremennik» (1853‒54).
Delyannis, s. Delijannis.
Dema (spr. djoma) oder Dim, linker Nebenfluß der Bjelaia im russ. Gouvernement Ufa, entspringt auf dem Obschtschij-Syrt und mündet nach einem